Zuckersteuern unter der Lupe: Neue Studie von Competere stellt gesundheitliche Auswirkungen in Frage und warnt vor unbeabsichtigten Folgen
Zuckersteuern unter der Lupe: Neue Studie von Competere stellt gesundheitliche Auswirkungen in Frage und warnt vor unbeabsichtigten Folgen
Das wissenschaftlich fundierte Strategiepapier befasst sich mit der Zuckersteuer, Warnhinweisen und der Neuformulierung von Produkten. Es unterscheidet dabei zwischen Veränderungen im Kaufverhalten und nachgewiesenen gesundheitlichen Verbesserungen. Gefordert werden intelligentere Präventionsmaßnahmen.
BRÜSSEL--(BUSINESS WIRE)--Während die Regierungen über die Besteuerung von Zucker und Maßnahmen für eine gesündere Ernährung diskutieren, wirft ein neues Strategiepapier eine kritische Frage auf: Führen diese Maßnahmen zu dauerhaften gesundheitlichen Verbesserungen, für wen und zu welchen Kosten?
Veröffentlicht von Competere mit Unterstützung des Verbandes der lateinamerikanischen Zuckerproduzenten (UNALA), bietet der Bericht Understanding Sugar Beyond the Narrative – von Pietro Paganini – politischen Entscheidungsträgern, Journalisten und Verbrauchern einen leicht verständlichen Leitfaden zur Rolle von Zucker in den Bereichen Gesundheit, Nachhaltigkeit und Weltwirtschaft.
Das Papier verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit wirtschaftlichen und politischen Analysen, räumt mit verbreiteten Irrtümern auf und untersucht, ob Besteuerung, Warnhinweise und die Neuformulierung von Produkten messbare gesundheitliche Vorteile bringen.
Zwar können Zuckersteuern Preise, Kaufverhalten und Produktzusammensetzung beeinflussen, doch gibt es bislang nur wenige Belege für dauerhafte Verbesserungen in Bezug auf Adipositas, Diabetes und die kardiovaskuläre Gesundheit. Zwischenergebnisse sollten nicht mit nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteilen verwechselt werden.
In den untersuchten Studien wird ein Rückgang von 2,3–4,4 Gramm Zucker täglich – etwa 9–18 Kalorien – unter bestimmten Szenarien zur Getränkebesteuerung geschätzt, was Fragen im Hinblick auf die Verhältnismäßigkeit einer Besteuerung aufwirft.
„Eine Änderung des Kaufverhaltens ist nicht gleichbedeutend mit einer Verbesserung der Gesundheit“, sagte Paganini. „Die politischen Entscheidungsträger müssen nachweisen, dass regulatorische Maßnahmen zu deutlichen gesundheitlichen Ergebnissen führen.“
In dem Beitrag werden zudem mögliche unbeabsichtigte Folgen aufgezeigt:
Wirtschaftliche Nachteile: Unverhältnismäßige Auswirkungen auf Haushalte mit geringerem Einkommen und kleinere Unternehmen.
Substitution und Reformulierung: Veränderungen der Konsumgewohnheiten und ernährungsbezogene Kompromisse, die die angestrebten Vorteile untergraben könnten.
Verzerrungen des Marktes: Auswirkungen auf landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten, die Beschäftigung und die Erzeugerländer.
Ausgehend von der Erkenntnis, dass Adipositas und andere nichtübertragbare Krankheiten zahlreiche Ursachen haben, erläutert der Beitrag, wie Zucker in eine ausgewogene Ernährung integriert werden kann. Es wird vorgeschlagen, ernährungspolitischen Maßnahmen im Hinblick auf gesundheitliche Auswirkungen, wirtschaftliche und soziale Kosten, Verhältnismäßigkeit und Wahlmöglichkeiten der Verbraucher zu bewerten. Das Papier setzt sich für eine ausgewogene Ernährung, Ernährungskompetenz, körperliche Aktivität, Innovation, personalisierte Prävention und die Stärkung der Verbraucher ein.
„Die Alternative zu Zuckersteuern ist nicht Untätigkeit. Es sind bessere Maßnahmen“, schloss Paganini. „Wirksame Prävention erfordert wissenschaftliche Belege, Verhältnismäßigkeit und politische Maßnahmen, die die Menschen in die Lage versetzen, einen gesünderen Lebensstil zu führen.“
Über Competere
Competere ist eine unabhängige Organisation für Politik und Interessenvertretung, die durch evidenzbasierte Forschung Innovation, Handel und menschliche Entwicklung fördert.
Über UNALA
Der Verband der lateinamerikanischen Zuckerproduzenten vertritt den agroindustriellen Zuckerrohrsektor aus 15 lateinamerikanischen Ländern.
Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.
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Englischsprachige Medien: Carola Macagno | cmacagno@competere.eu | +39 349 243 6777
Anfragen an den Autor: Pietro Paganini | ppaganini@competere.eu
