GARDP und Debiopharm gehen Partnerschaft zur Förderung der Entwicklung eines neuartigen Medikaments gegen Gonorrhoe ein.
GARDP und Debiopharm gehen Partnerschaft zur Förderung der Entwicklung eines neuartigen Medikaments gegen Gonorrhoe ein.
GENF & LAUSANNE, Schweiz--(BUSINESS WIRE)--Die GARDP Foundation (Global Antibiotic Research & Development Partnership) und das sich in Privatbesitz befindliche weltweit tätige Biopharmaunternehmen Debiopharm haben heute bekannt gegeben, dass sie eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur Förderung der Entwicklung von Debio1453, einem neuartigen Antibiotikum der ersten Generation gegen Neisseria gonorrhoeae, geschlossen haben. Mit 82 Millionen neuen Fällen pro Jahr und der anhaltenden Ausbreitung multiresistenter N. gonorrhoeae-Stämme hat sich Gonorrhoe zu einer globalen Gesundheitskrise entwickelt. Diese neue Partnerschaft wird dazu beitragen, dass Gonorrhoe auch in Zukunft behandelbar bleibt und das Risiko der Entstehung zukünftiger Resistenzen verringert wird, indem sichergestellt wird, dass die Antibiotika-Pipeline weiterhin gefüllt wird.
Die durch N. gonorrhoeae verursachte Gonorrhoe droht aufgrund von Antibiotikaresistenzen unheilbar zu werden. Da der Erreger gegen fast alle bisher zur Behandlung eingesetzten Antibiotika resistent geworden ist, bleibt derzeit nur eine Behandlung mit Ceftriaxon wirksam - doch zunehmend werden auch hier Resistenzen berichtet. Selbst mit der Ende 2025 erfolgten Zulassung von zwei neuen Therapien der ersten Generation gegen N. gonorrhoeae wächst die Sorge, dass ohne die kontinuierliche Entwicklung innovativer Therapien wie Debio1453 die rasche Entstehung von Resistenzen dazu führen wird, dass eine „Super-Gonorrhoe“ die Entwicklung von wirksamen Antibiotika überholt.
“Als privates Unternehmen, das sein Engagement mit denen einer gemeinnützigen Organisation bündelt, betrachten wir diese Zusammenarbeit mit GARDP als wegweisendes öffentlich-privates Modell, um den globalen Zugang zu diesem innovativen Wirkstoffkandidaten zu erweitern. Die Bestätigung dieser Partnerschaft ist ein starkes Signal für das Potenzial von Debio1453, die erschöpfte Pipeline an Antibiotika wieder aufzufüllen und damit eine gravierende therapeutische Lücke zu schliessen“, sagte Morgane Vanbiervliet, Director, Global Development and Licensing bei Debiopharm. „Für Menschen, die mit multiresistenter Gonorrhoe zu kämpfen haben, ist diese Vereinbarung einen entscheidenden Schritt hin zur Wiederherstellung wirksamer Behandlungsmöglichkeiten und zur Gewährleistung der langfristigen Verfügbarkeit von Antibiotika.“
Dank der maßgeblichen Finanzierung durch den „Combating Antibiotic-Resistant Bacteria Biopharmaceutical Accelerator“ (CARB-X) konnte Debio 1453 erfolgreich vom präklinischen Kandidaten zum klinischen Produkt entwickelt werden. Gemäss der neuen Kooperations- und Lizenzvereinbarung ist Debiopharm weiterhin für den Abschluss der klinischen Phase-I-Studie von Debio1453 verantwortlich, während GARDP die Leitung anderer nichtklinischer und klinischer Entwicklungsaktivitäten sowie der Aktivitäten in den Bereichen Chemie, Herstellung und Kontrollen (CMC) übernimmt. Die beiden Organisationen wollen gewährleisten, dass die globale Entwicklung und die zukünftigen Zugangsstrategien für Debio1453 den regulatorischen Anforderungen, den Gegebenheiten der Gesundheitssysteme sowie den lokalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der jeweiligen Länder entsprechen. Um den zukünftigen weltweiten Zugang zu gewährleisten, hat Debiopharm GARDP die Herstellungs- und Vermarktungsrechte für Debio1453 in mehr als 160 Ländern übertragen.
„Unser Ziel bei GARDP ist es, neue Klassen von Antibiotika auf den Markt zu bringen, um dem Anstieg und der Ausbreitung von antimikrobieller Resistenz entgegenzuwirken“, sagte Dr. Manica Balasegaram, Executive Director von GARDP. „Diese neue Partnerschaft unterstreicht die Flexibilität des öffentlich-privaten Partnerschaftsmodells von GARDP. Es ist grossartig zu sehen, wie ein Schweizer gewinnorientiertes und ein Schweizer gemeinnütziges Unternehmen zusammenarbeiten, um eine innovative Lösung zur Bekämpfung von Gonorrhoe zu entwickeln und Möglichkeiten in anderen Bereichen zu erforschen.“
Der neuartige Wirkstoffkandidat Debio1453, der gegen das für das Überleben der Bakterien essenzielle Enzym FabI gerichtet ist, weckt große Hoffnungen, da er eine starke Wirkung gegen multiresistente Stämme zeigt Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass Debio 1453 keine Kreuzresistenzen gegenüber derzeit verfügbaren Antibiotikaklassen aufweist.
Eine unbehandelte Gonorrhoe kann verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit von Männern und Frauen haben. Sie kann zu Unfruchtbarkeit, und bei Frauen zu Eileiterschwangerschaften und Entzündungen im Beckenbereich führen. Sie kann sich auch auf die Partner auswirken und das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen. Babys die von einer mit Gonorrhoe infizierten Mutter geboren werden, sind einem hohen Risiko für schwere Augeninfektionen ausgesetzt, die zur Erblindung führen können.
Die hohen finanziellen und sozialen Kosten dieser gesundheitlichen Folgeerscheinungen werden durch die rasche Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen bei N. gonorrhoeae zusätzlich verschärft. Dadurch wird die Infektionsdauer verlängert und die langfristige Gesundheitsbelastung weltweit erhöht. Da sich Resistenzen rasch ausbreiten und der oft lückenhaften Überwachung insbesondere in ressourcenarmen Gebieten, dürfte die tatsächliche Zahl der Behandlungsmisserfolge weit höher liegen als in aktuellen Berichten angegeben. Dieser Trend bedroht Gesundheitssysteme weltweit, auch in Ländern mit hohem Einkommen.1
Debiopharms Engagement für Patienten
Debiopharm hat es sich zum Ziel gesetzt, innovative Therapien zu entwickeln, die vor allem in den Bereichen Onkologie und Behandlung bakterieller Infektionen einen hohen ungedeckten medizinischen Bedarf decken. Wir schliessen damit die Lücke zwischen bahnbrechenden Forschungsprodukten und ihrer tatsächlichen Verfügbarkeit für Patienten. Dazu identifizieren wir vielversprechende Wirkstoffe und Technologien für die Einlizenzierung, weisen ihre Sicherheit und Wirksamkeit in klinischen Studien nach und geben sie dann an grosse pharmazeutische Unternehmen weiter, um den Zugang für Patienten weltweit zu maximieren.
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Über GARDP
Die gemeinnützige, globale Gesundheitsorganisation GARDP (Global Antibiotic Research & Development Partnership) setzt sich dafür ein, Menschen vor der Zunahme und Ausbreitung resistenter Infektionen zu schützen. Diese stellen eine der grössten Bedrohungen für uns alle dar. Durch den Aufbau wichtiger öffentlich-privater Partnerschaften entwickeln wir Antibiotika-Behandlungen und stellen sicher, dass sie für diejenigen zugänglich sind, die sie benötigen. Wichtige Unterstützung für unsere Arbeit erhalten wir von den Regierungen Kanadas, Deutschlands, Japans, Monacos, der Niederlande, der Schweiz, des Vereinigten Königreichs und des Kantons Genf sowie von der Europäischen Kommission, der Gates Foundation, Global Health EDCTP3, GSK, der RIGHT Foundation, dem South African Medical Research Council (SAMRC) und Wellcome. GARDP ist in der Schweiz unter dem rechtlichen Namen GARDP Foundation registriert. www.gardp.org
Die in dieser Pressemitteilung vorgestellte Forschung wird von CARB-X gefördert. CARB-X finanziert dieses Projekt zum Teil mit Mitteln des US-Gesundheitsministeriums (Health and Human Services, HHS), der Behörde für strategische Vorsorge und Reaktion (Administration for Strategic Preparedness and Response) sowie der Behörde für fortgeschrittene biomedizinische Forschung und Entwicklung (Biomedical Advanced Research and Development Authority) unter der Vertragsnummer 75A50122C00028. Weitere Finanzierungsmittel stammen von Wellcome (WT224842), dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie dem britischen Ministerium für Gesundheit und Soziales im Rahmen des Global Antimicrobial Resistance Innovation Fund (GAMRIF) und der Novo Nordisk Foundation. Die Autoren tragen die alleinige Verantwortung für den Inhalt dieser Pressemitteilung und diese gibt nicht unbedingt die offiziellen Ansichten von CARB-X oder einem seiner Geldgeber wieder.
Referenzen
- World Health Organization. Multi-drug-resistant gonorrhoeae. 2025 Oct 22 (https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/multi-drug-resistant-gonorrhoea)
Contacts
Debiopharm Kontakt
Dawn Bonine
Head of Communications
dawn.bonine@debiopharm.com
Tel: +41 (0)21 321 01 11
GARDP Kontakt
Duncan Graham-Rowe
dgrahamrowe@gardp.org
