NETSCOUT Threat Intelligence Report: DDoS-Angriffe mit hoher Kapazität nahmen im ersten Halbjahr 2026 um 1.286 % zu
NETSCOUT Threat Intelligence Report: DDoS-Angriffe mit hoher Kapazität nahmen im ersten Halbjahr 2026 um 1.286 % zu
Massive 1-Tbit/s-Angriffe und missbrauchte Residential-Proxies offenbaren kritische Lücken bei der Abwehr und zwingen Unternehmen dazu, ihre Sicherheitsstrategien für Enterprise- und Carrier-Netzwerke neu zu überdenken.
WESTFORD, Mass.--(BUSINESS WIRE)--NETSCOUT® SYSTEMS, INC. (NASDAQ: NTCT) hat seinen „Distributed Denial-of-Service (DDoS) Threat Intelligence Report“ für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Der Bericht zeigt eine deutliche Veränderung darin, wie und aus welchen Quellen DDoS-Angriffe gestartet werden. Zwischen Januar und Juni 2026 registrierte NETSCOUT weltweit mehr als 9,1 Millionen DDoS-Angriffe. Der Bericht verdeutlicht, dass das DDoS-Risiko entlang dreier Dimensionen zunimmt:
- durch das steigende Trafficvolumen, das analysiert werden muss,
- durch die wachsende Zahl von Standorten, an denen Schutzmaßnahmen eingesetzt werden müssen,
- und durch den zunehmenden Anteil von Angriffen, die Dienste beeinträchtigen, ohne dabei eine Netzwerkverbindung vollständig auszulasten.
„Der Anstieg um 1.286 % bei Angriffen, die eine Bandbreite von 1 Tbit/s oder 1 Gpps überschreiten, zeigt, dass Angriffe mit hoher Kapazität längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr sind, sondern zum Alltag gehören“, erklärte Hardik Modi, VP Engineering, DDoS Solutions, und Mitglied des ASERT Threat Intelligence Teams bei NETSCOUT. „Mit der zunehmenden Verbreitung von Residential-Proxies und kurzen, auf hohe Angriffsraten ausgelegten Attacken über DDoS-for-Hire-Plattformen reichen herkömmliche, grobgranulare Netzwerk-Kontrollen nicht mehr aus. Sowohl Provider als auch Unternehmen benötigen eine wesentlich feinere und gezieltere Abwehr sowie höhere Kapazitäten zur Datenverkehrsbereinigung an den Netzwerkrändern, um diesen qualitativen Veränderungen in der Angriffskomplexität wirksam begegnen zu können.“
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Massive Angriffe auf globaler Ebene: NETSCOUT ATLAS registrierte mehr als 9,1 Millionen DDoS-Angriffe in 209 Ländern und Gebieten. Dies unterstreicht das wachsende operative Risiko für Unternehmen und Netzwerkprovider.
- Deutlicher Anstieg der Angriffskapazität: Die Zahl der Angriffe mit mehr als 1 Tbit/s oder 1 Gpps stieg im Jahresvergleich um 1.286 %. Dies zeigt, dass sich Betreiber weiterhin auf eine zunehmende Angriffsstärke vorbereiten müssen.
- IPv6 überschreitet die Terabit-Grenze: NETSCOUT beobachtete erstmals einen IPv6-Angriff mit mehr als 1 Tbit/s. Gleichzeitig nahm die aktive Abwehr von IPv6-Angriffen im Jahresvergleich um mehr als 300 % zu, obwohl der Anteil von IPv6-Angriffen insgesamt weitgehend konstant blieb. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines umfassenden IPv6-Schutzes.
- Zunehmender Druck auf die Abwehrkapazitäten von Providern: Direkte Angriffsmethoden machten 64 % der beobachteten Angriffe aus und legten damit bereits im dritten Halbjahr in Folge zu. Gleichzeitig stieg der Anteil von Carpet-Bombing-Angriffen von 3,97 % auf 4,54 %. Auch ausgehende Angriffe mit mehr als 1 Tbit/s bzw. 1 Gpps führten zu betrieblichen Beeinträchtigungen. Dedizierte Abwehrkapazitäten bleiben daher eine entscheidende Schutzschicht, mit der Provider schädlichen Datenverkehr gezielt herausfiltern können.
- DDoS-for-Hire und die Ökonomie von Angriffen: Der Anteil der Angriffe mit einer Dauer von höchstens einer Minute hat sich seit dem zweiten Halbjahr 2023 ungefähr verdoppelt. Solche kurzzeitigen Attacken setzen insbesondere Verbindungstabellen, Anwendungs-Backends und Resolver unter Druck. Dies deutet darauf hin, dass DDoS-for-Hire-Plattformen den Zugang zu Angriffsmöglichkeiten weiter vereinfachen und beschleunigen.
- Die Lieferkette von Residential-Proxies: Durch die Kombination der Überwachung von Residential-Proxy-Netzwerken mit DDoS-Telemetriedaten identifizierte NETSCOUT ASERT Quellen aus Residential-Proxy-Netzwerken, die an DDoS-Angriffen beteiligt waren. Dies zeigt, dass Angriffsdatenverkehr zunehmend von privaten bzw. verbraucherbezogenen IP-Adressen stammen kann, die schwerer von legitimen Nutzern zu unterscheiden sind.
NETSCOUT erfasst die DDoS-Landschaft über passive, aktive und reaktive Messpunkte und bietet dadurch eine umfassende Sicht auf globale Angriffstrends. Seit mehr als 15 Jahren liefert NETSCOUT verlässliche und konsistente DDoS-Analysen, die ausschließlich auf direkt beobachtetem und verifiziertem Angriffsdatenverkehr basieren. NETSCOUT fasst dabei weder mehrere Warnmeldungen noch geografisch verteilte Ereignisse zu künstlich zusammengesetzten Spitzenwerten zusammen. Dadurch werden Genauigkeit, Reproduzierbarkeit und eine verlässliche Vergleichbarkeit über verschiedene Berichtszeiträume hinweg gewährleistet. Die Spitzenwerte beziehen sich auf die maximal innerhalb einer einzelnen Sekunde gemessenen Datenraten in Bits pro Sekunde (bps) und Paketen pro Sekunde (pps), die an definierten Mess- und Abwehrpunkten erfasst wurden.
Von verifizierter DDoS-Intelligence zu mehrschichtigem Schutz
NETSCOUT schützt zwei Drittel des gerouteten IPv4-Adressraums und sichert damit Netzwerkränder, über die weltweit Spitzenverkehr von mehr als 800 Tbit/s abgewickelt wurde. Das Unternehmen überwacht täglich Zehntausende DDoS-Angriffe und verfolgt dabei zahlreiche Botnetze sowie DDoS-for-Hire-Dienste, die Millionen missbrauchter oder kompromittierter Geräte nutzen. NETSCOUT ARBOR Cloud ergänzt mit der Transparenz von ATLAS und dedizierten DDoS-Abwehrkapazitäten den Schutz vor Ort und hilft Unternehmen dabei, große, verteilte Angriffe abzufangen, bevor diese kritische Dienste beeinträchtigen.
Die Ergebnisse zeigen, warum DDoS-Resilienz heute mehr erfordert als die Abwehr des jeweils größten Angriffs. Unternehmen müssen veränderte Angriffsquellen und -methoden erkennen, sowohl eingehende als auch ausgehende Angriffe abwehren, exponierte Dienste gezielt schützen und bei Angriffen, die die lokalen Abwehrkapazitäten übersteigen, zusätzliche Cloud-Kapazitäten nutzen. NETSCOUT kombiniert die direkt beobachtete ATLAS-Intelligence mit On-Premises- und Cloud-basierten Abwehrlösungen, um Kunden dabei zu unterstützen, die Verfügbarkeit ihrer Dienste zu schützen und den digitalen Betrieb aufrechtzuerhalten, von dem ihre Geschäftsprozesse abhängen.
Ressourcen:
- Download vom NETSCOUT 1H 2026 DDoS Threat Intelligence Report
- Echtzeit-Statistiken und Erkenntnisse zu DDoS-Angriffen finden Sie unter NETSCOUT Cyber Threat Horizon
- Weitere Informationen finden Sie unter NETSCOUT Arbor DDoS Protection Services
Über NETSCOUT
NETSCOUT SYSTEMS, INC. (NASDAQ: NTCT) schützt die vernetzte Welt vor Cyberangriffen sowie Beeinträchtigungen von Leistung und Verfügbarkeit. Dafür nutzt das Unternehmen seine einzigartige Transparenzplattform und Lösungen, die auf seiner wegweisenden Technologie zur skalierbaren Deep Packet Inspection basieren. Als führender Anbieter von Lösungen für Netzwerktransparenz, AIOps, Carrier Service Assurance, Cybersicherheit und den Schutz vor Distributed Denial of Service (DDoS) Angriffen unterstützt NETSCOUT die weltweit größten Unternehmen, Service Provider und Organisationen des öffentlichen Sektors. Weitere Informationen finden Sie unter www.netscout.com. Sie @NETSCOUT auf LinkedIn, X oder Facebook.
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