Universitätsklinikum Würzburg: Weltweit erster Herzpatient mit neuartigem MRT-fähigem Ablationskatheter behandelt

Einzigartige Technologie verspricht eine bessere Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie

WÜRZBURG, Deutschland--()--Die Medizinische Klinik und Poliklinik I und das Institut für Röntgendiagnostik des Universitätsklinikums Würzburg gaben gemeinsam die erfolgreiche Behandlung eines Patienten mit Vorhofflattern mit Hilfe eines neuartigen Ablationskatheters bekannt, der im Rahmen einer Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt werden kann.

Die Prozedur wurde von den drei Kardiologen Prof. Dr. med. Oliver Ritter, Dr. med. Peter Nordbeck und Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Wolfgang Rudolf Bauer, die an der Forschung und Entwicklung dieser modernen Technologie beteiligt waren, und dem Radiologen Prof. Dr. med. Meinrad Beer durchgeführt. In enger Zusammenarbeit mit der Medizinphysik des Instituts für Röntgendiagnostik (Prof. Dr. rer. nat. Herbert Köstler und Dr. rer. nat. Thomas Pabst) wurde eine optimierte MR-Bildgebung entwickelt, die eine klare und zeitlich hochaufgelöste Darstellung des Katheters im schlagenden Herzen des Patienten erlaubt.

„Die wegweisende, neue Technologie stellt einen Paradigmenwechsel auf dem Gebiet der Elektrophysiologie dar“, so Prof. Bauer, und Prof. Beer sieht „eine bedeutende neue Anwendung der klinischen MR-Bildgebung“.

Die Fluoroskopie ist das Standardverfahren zur Durchführung einer Ablation. Im Vergleich zur MRT ist die bildgebende Darstellung der anatomischen Verhältnisse jedoch suboptimal und die Röntgenstrahlung ist sowohl für den Patienten als auch für den Arzt, der die Prozedur durchführt, potenziell schädlich. Die MRT ermöglicht eine weitaus detailliertere Darstellung der anatomischen Verhältnisse und eine bessere Therapieabgabe. Durch den Einsatz von Magnetfeldern werden Patient und Arzt nicht dem Risiko einer Strahlenexposition ausgesetzt. Deshalb ist die Entwicklung MRT-kompatibler Therapien weltweit von großem Interesse.

Die heutigen Standard-Ablationskatheter sind nicht MRT-kompatibel. Die elektromagnetischen Felder haben negative Auswirkungen auf die meisten Katheter, so dass diese nicht effektiv eingesetzt werden können oder sogar ein zusätzliches Risiko für den Patienten darstellen. Die Entwicklung dieses neuartigen Katheters, der speziell für den Einsatz bei dieser MRT-kontrollierten Ablation konzipiert wurde, eröffnet deshalb wichtige neue Möglichkeiten für die Verbesserung der Therapie komplexer Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern.

„Die Behandlung komplexer Arrhythmien kann durch die Sicherheitsvorteile der MRT im Vergleich zur konventionellen Fluoroskopie deutlich verbessert werden“, erläuterte Prof. Ritter.

Dieser Katheter ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Universitätsklinikums Würzburg mit der Universität Würzburg, dem Forschungszentrum Magnet-Resonanz-Bayern e.V., dem Erwin L. Hahn Institut für Magnetresonanz in Essen, der Universität Erlangen, Vascomed und BIOTRONIK, einem führenden Hersteller von kardiovaskulären Medizinprodukten.

Contacts

Prof. Dr. med. Dr.rer.nat. Wolfgang Rudolf Bauer
Medizinische Klinik und Poliklinik I des Universitätsklinikums Würzburg
Schwerpunktsleiter Kardiale MRT und Klinische Elektrophysiologie
oder
Prof. Dr. med. Oliver Ritter
Leitender Oberarzt Schwerpunkt Elektrophysiologie
Leiter Labor Molekulare Kardiologie
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Universität Würzburg
Tel: 0049 (0) 931 201 39181

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Schwerpunktsleiter Kardiale MRT und Klinische Elektrophysiologie
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Prof. Dr. med. Oliver Ritter
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Leiter Labor Molekulare Kardiologie
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Universität Würzburg
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