Biosense Webster, Inc.: Bei Verzögerung der Progression von Vorhofflimmern kann Katheterablation bis zu zehnmal wirksamer sein als die alleinige medikamentöse Standardtherapie

PARIS--()--Die Ergebnisse der Studie zur Progression von Vorhofflimmern, The Atrial Fibrillation Progression Trial (ATTEST), wurden am 31. August auf dem Kongress 2019 der ESC* in Paris, Frankreich, vorgestellt. ATTEST ist die erste randomisierte kontrollierte Studie, die direkt die Wirksamkeit einer Ablation mittels Kathetern mit Radiofrequenz (RF) mit gängigen Antiarrhythmika (AAD) bei der Verzögerung der Progression von Vorhofflimmern (AF) vergleicht. Drei Jahre nach Studienbeginn hatten den Ergebnissen zufolge Patienten, die mit einer Katheterablation behandelt wurden (im Alter von 67,8 ± 4,8 Jahren), fast zehnmal seltener persistierendes AF entwickelt als mit AAD behandelte Patienten.1

ATTEST wurde von Biosense Webster, Inc. gesponsert, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Teil der Johnson & Johnson Medical Devices Companies***. In der Studie wurden Patienten mit intermittierendem AF nach den aktuellen Richtlinien entweder mit AAD behandelt oder einer Katheterablation unterzogen, einem interventionellen Verfahren, das gezielt kleine Narben auf dem Herzgewebe erzeugt, um abnormale elektrische Signale zu blockieren, die eine Arrhythmie verursachen. Am Ende der Studie hatten 17,5 % der Patienten aus der AAD-Gruppe ein persistierendes AF entwickelt, während nur 2,4 % der Patienten aus der Gruppe der Katheterablation eine Krankheitsprogression aufwiesen.

„Die Progression vom intermittierenden AF zu einer persistierenden Form der Erkrankung ist sehr häufig und mit dieser Progression ist ein erhöhtes Schlaganfall- und Todesrisiko verbunden“, sagte Prof. Karl-Heinz Kuck**, Hauptautor bei ATTEST. „Diese Ergebnisse sind zu begrüßen, denn sie lassen darauf schließen, dass eine frühzeitige Anwendung der Katheterablation die Progression von AF deutlich verzögern oder verhindern kann, und zwar effektiver als eine medikamentöse Behandlung.“

Die Ergebnisse von ATTEST waren vergleichbar mit denen anderer wichtiger aktueller Studien, die zeigten, dass bis zu 94 % der mit Katheterablation behandelten AF-Patienten nach einem Jahr frei von einem Wiederauftreten der Arrhythmie sind,2-11 und die Wahrscheinlichkeit von Tod, Schlaganfall, Herzstillstand und herzbedingtem Krankenhausaufenthalt über sieben Jahre im Vergleich zu AAD um rund die Hälfte niedriger lag.12,13 Diese Studien zeigten zudem, dass die Katheterablation die Lebensqualität der Patienten im Vergleich zur medikamentösen Therapie signifikant verbesserte14 und langfristig eine kostengünstigere Option ist.15

AF ist eine schwere und stark beeinträchtigende Erkrankung, die durch einen unregelmäßigen und oft schnellen Herzrhythmus gekennzeichnet ist, der zu einer unkoordinierten Kontraktion der beiden oberen Herzkammern führt. Der unregelmäßige Herzrhythmus kann Blutgerinnsel verursachen, die zu einer besonders schweren Form des Schlaganfalls führen können. AF ist in der Regel eine fortschreitende Erkrankung, bei der bei jedem fünften Patient innerhalb eines Jahres eine Progression vom paroxysmalen (intermittierenden) AF zum persistierenden (permanenten) AF erfolgt.16-18

Einem Bericht von Biosense Webster aus dem Jahr 2018 zufolge, der die Auswirkungen und Belastungen von AF herausstellte, entwickelt sich die Erkrankung zunehmend zu einer „neuen Epidemie des Jahrtausends“ und einem zentralen weltweiten Gesundheitsproblem. AF ist für die Beeinträchtigung der Lebensqualität von 33 Millionen Menschen weltweit verantwortlich und wird bis 2030 um fast 70 % steigen.19 Zudem entstehen für die Gesundheitssysteme allein in den europäischen Ländern Kosten von jährlich bis zu 3,286 Milliarden Euro.20-25 Ein Folgebericht über die Behandlung von AF wird Ende 2019 veröffentlicht.

„Wir haben uns der Behandlung - und letztendlich der Heilung - von AF verschrieben, indem wir uns auf drei Hauptbereiche konzentrieren: Innovation neuer Technologielösungen, Investitionen in Forschung und Publikationen zur Förderung des klinischen Verständnisses - wie durch ATTEST belegt wird - und eine bessere Bildung und Sensibilisierung zu AF bei Ärzten und der breiten Öffentlichkeit“, sagte Uri Yaron, Worldwide President, Biosense Webster. „Mit rund 150 Zentren für Elektrophysiologie (EP), die weltweit bei uns an der Forschung beteiligt sind, und einer 20-jährigen Tradition bahnbrechender Behandlungen auf dem Gebiet der EP sind wir bestrebt, den Fortschritt voranzutreiben und mehr Herzen zu heilen. Wir begrüßen die Ergebnisse, die in der morgendlichen Sitzung zu aktuellen Themen vorgestellt wurden. Sie untermauern die erheblichen Vorteile der RF-Katheterablation bei der Behandlung von AF und sollen die Ärzte dabei unterstützen, einen frühen Einsatz als Goldstandard für die Versorgung von AF-Patienten empfehlen zu können.“

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HINWEISE FÜR REDAKTIONEN

Über die ATTEST-Studie
Atrial Fibrillation Progression Trial (ATTEST) war eine randomisierte kontrollierte Studie, die die Progression zu persistierendem Vorhofflimmern (AF)/persistierender atrialer Tachykardie (AT) bei Patienten mit rezidivierendem, symptomatischem paroxysmalem (intermittierendem) AF untersuchte. Randomisiert wurde bei 128 Probanden mittels Kathetern mit Radiofrequenz (RF) die Lungenvene isoliert und 127 Probanden erhielten eine leitliniengerechte Therapie mit Antiarrhythmika (AAD). Der primäre Endpunkt war die Rate persistierenden Vorhofflimmerns/persistierender atrialer Tachykardie nach 3 Jahren. Der Kaplan-Meier-Schätzer zur Rate persistierenden Vorhofflimmerns/persistierender atrialer Tachykardie nach 3 Jahren war bei der RF-Katheterablation signifikant niedriger (2,4 %[95 % Konfidenzintervall (KI), 0,6-9,4 %]) als bei AAD (17,5 %[95 % KI, 10,7-27,8 %]; einseitige P=0,0009). Die Ergebnisse bleiben über die meisten vordefinierten Untergruppen hinweg, die analysiert wurden, konsistent. Patienten im Alter von ≥75 Jahren entwickelten viermal häufiger ein persistierendes AF als Patienten im Alter von <75 Jahren (p<0,05), was darauf hindeutet, dass die RF-Katheterablation in einem frühen Stadium in Bezug auf die Verzögerung oder Verhinderung des Krankheitsverlaufs gegenüber AAD überlegen ist (Risikoquotient: 3,93, 95 % KI: 1,28 % 12,06 %; p=0,0170).

Über Biosense Webster
Biosense Webster, Inc., ein Unternehmen der Johnson & Johnson Medical Devices Companies, ist weltweit führend auf dem Gebiet der Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Das Unternehmen arbeitet mit Ärzten zusammen, um innovative Technologien zu entwickeln, die die Qualität der Versorgung von Arrhythmiepatienten weltweit verbessern. Weitere Informationen finden Sie unter www.biosensewebster.com
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Über die Johnson & Johnson Medical Devices Companies***

Wir bei den Johnson & Johnson Medical Devices Companies helfen Menschen, ein bestmögliches Leben führen zu können. Aufbauend auf der Kompetenz von mehr als einem Jahrhundert begegnen wir den drängenden Herausforderungen im Gesundheitswesen und ergreifen mutige Schritte, die zu neuen Versorgungsstandards führen und gleichzeitig die Erfahrungen der Menschen mit der Gesundheitsfürsorge verbessern. In den Bereichen Chirurgie, Orthopädie, Augenheilkunde und interventionelle Lösungen helfen wir bei der Rettung von Leben und ebnen den Weg in eine gesündere Zukunft für alle Menschen an jedem Ort.

* European Society of Cardiology
** Prof. Kuck ist als Berater für Biosense Webster tätig
*** Die Johnson & Johnson Medical Devices Companies umfassen die Geschäftsbereiche Chirurgie, Orthopädie, Augenheilkunde und interventionelle Lösungen innerhalb des Segments Medical Devices von Johnson & Johnson.

QUELLEN

  1. Kuck KH, Lebedev, D., Mikaylov, E., Romanov, A., Geller, L., Kalejs, O., Neumann, T., Davtyan, K., On, Y.K., Popov, S., Ouyang, F. (2019) Catheter ablation delays progression of atrial fibrillation from paroxysmal to persistent atrial fibrillation. ESC Late-breaking Science 2019. Paris, Frankreich. 31. August 2019.
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