Erkenntnisse der GSMA: Verbraucher in Entwicklungsländern von hohen Frequenzpreisen schwer getroffen

Jüngstem GSMA Mobile Connectivity Index zufolge sind vier Milliarden Menschen immer noch offline;
Spektrumspolitische Entscheidungen nach wie vor zentrales Hindernis für die digitale Inklusion

KIGALI, Ruanda--()--Dem neuen Bericht „Spectrum Pricing in Developing Countries“ zufolge, der heute von der GSMA auf der Konferenz Mobile 360 - Africa in Kigali veröffentlicht wurde, ist eine bessere Frequenzpreisgestaltung in den Entwicklungsländern erforderlich, um das wirtschaftliche und soziale Wohl der Milliarden von Menschen zu verbessern, die immer noch nicht an mobile Breitbanddienste angeschlossen sind. Die Studie zeigt, dass die Frequenzpreise in den Entwicklungsländern unter Berücksichtigung des Einkommens im Durchschnitt mehr als dreimal so hoch sind wie in den Industrieländern. Diese hohen Frequenzpreise sind ein großes Hindernis für die Steigerung des Mobilfunkversorgungsgrads.

Die von GSMA Intelligence erstellte Studie stellte zudem fest, dass Regierungen zwecks Maximierung der staatlichen Einnahmen aus der Frequenzlizenzierung eine aktive Rolle bei der Erhöhung der Frequenzpreise spielen. Hohe Frequenzpreise sind häufig in Ländern mit hoher Staatsverschuldung zu finden und alarmierenderweise sind die durchschnittlichen Mindestpreise bei Frequenzversteigerungen in den Entwicklungsländern unter Berücksichtigung des Einkommens mehr als fünfmal so hoch wie in den Industrieländern. In dem Bericht wird zudem ein Zusammenhang zwischen hohen Frequenzpreisen und einer unzureichenden Netzabdeckung sowie teureren und minderwertigeren mobilen Breitbanddiensten festgestellt. Dies alles sind Faktoren, die der Inanspruchnahme von Diensten durch die Verbraucher entgegenstehen.

„Die Anbindung aller Menschen wird ohne bessere Entscheidungen in der Frequenzpolitik unmöglich“, so Brett Tarnutzer, Head of Spectrum, GSMA. „Viel zu lange wurde der Erfolg von Frequenzversteigerungen eher an der Erzielung der Einnahmen als an den wirtschaftlichen und sozialen Vorteilen durch die Anbindung der Menschen gemessen. Eine Frequenzpolitik, die die Preise in die Höhe treibt und sich auf kurzfristige Gewinnmitnahmen konzentriert, ist mit unseren gemeinsamen Zielen einer Bereitstellung besserer und erschwinglicherer mobiler Breitbanddienste unvereinbar. Diese Preispolitik wird das Wachstum der digitalen Wirtschaft begrenzen und die Beseitigung der Armut, eine bessere Gesundheitsversorgung und Bildung sowie die finanzielle Inklusion und die Gleichstellung der Geschlechter erschweren.“

Die GSMA-Studie bewertete von 2010 bis 2017 über 1.000 Frequenzzuweisungen in 102 Ländern (darunter 60 Entwicklungs- und 42 Industrieländer) und ist damit die bisher größte Analyse der Frequenzpreise in Entwicklungsländern sowie der Treiber und ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Verbraucher. Zu den in die Analyse einbezogenen Ländern zählen Algerien, Bangladesch, Brasilien, Kolumbien, Ägypten, Ghana, Indien, Jordanien, Mexiko, Myanmar und Thailand – alles Märkte, in denen der Lizenzierung der Frequenzen eine vorrangige Bedeutung zukommt.

Administrativ festgelegte hohe Endpreise oder hohe Startpreise bei Versteigerungen (beispielsweise Mindestpreise), die den Umfang des verfügbaren lizenzierten Spektrums künstlich begrenzen, der Verzicht auf einen klaren Frequenzfahrplan und die Festlegung mangelhafter Versteigerungsregeln zählen zu den in dem Bericht hervorgehobenen politischen Entscheidungen, welche die hohen Frequenzpreise in den Entwicklungsländern antreiben.

GSMA Intelligence veröffentlicht neuesten Mobile Connectivity Index

In diesem Zusammenhang hat GSMA Intelligence heute den neuesten Mobile Connectivity Index veröffentlicht, der die Leistung von 163 Ländern (die 99 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren) anhand der wichtigsten Faktoren für die Einführung des mobilen Internets misst. Der Index hebt die jüngsten Fortschritte bei der Erweiterung des Zugangs zum mobilen Internet hervor und untersucht die wichtigsten Hindernisse für die Einführung, einschließlich der Frequenzpolitik.

Ende 2017 waren 3,3 Milliarden Menschen (oder 44 Prozent der Weltbevölkerung) an das mobile Internet angeschlossen, eine Steigerung von fast 300 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Damit sind immer noch mehr als vier Milliarden Menschen offline und nicht in der Lage, die sozialen und wirtschaftlichen Vorteile, die das mobile Internet ermöglicht, zu nutzen. Die Mehrheit der Menschen ohne Mobilfunkanbindung - 3,9 Milliarden - lebt in Entwicklungsländern.

Immer noch sind weltweit eine Milliarde Menschen nicht mit mobilen Breitbandnetzen versorgt und rund drei Milliarden Menschen, bei denen eine Netzabdeckung besteht, greifen derzeit nicht auf mobile Internetdienste zu. In einkommensschwachen Ländern besteht für rund zwei Drittel der ländlichen Bevölkerung keine 3G-Netzabdeckung. Der Mobile Connectivity Index unterstreicht die Bedeutung von Faktoren wie Erschwinglichkeit und Qualität mobiler Breitbanddienste und Netzinvestitionen zur Anbindung der Menschen, die beide durch hohe Frequenzpreise beeinträchtigt werden können.

„Wenn Mobilfunkbetreiber keinen erschwinglichen und planbaren Frequenzzugang erhalten, werden letztlich die Verbraucher darunter leiden“, so Pau Castells, Director of Economic Analysis bei GSMA Intelligence. „Die Entwicklungsländer haben die Möglichkeit, in Bezug auf die mobile Durchdringung den Anschluss an die entwickelten Länder zu finden; die Investitionsrechnung ist in einigen dieser Märkte jedoch in Frage gestellt. Die Betreiber können nicht weiterhin deutlich mehr für Frequenzen zahlen, wenn die Einkommen der Verbraucher und die Gewinnerwartungen in diesen Märkten deutlich niedriger sind. Dies führt zu erschwerten Bedingungen für Investitionen in einer Zeit, in der die Politik die Entwicklung des Mobilfunksektors fördern sollte, um den Nutzen für alle zu maximieren.“

Der Bericht „Spectrum Pricing in Developing Countries“ ist hier in englischer Sprache verfügbar und die wichtigsten Ergebnisse sind hier in Form einer Infografik zu finden.

Der jüngste Mobile Connectivity Index steht hier bereit.

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Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber sowie mehr als 300 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen und Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, den Mobile World Congress Shanghai, Mobile World Congress Americas und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen finden Sie auf der Unternehmenswebseite der GSMA unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

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