IAB Europe und IAB Tech Lab geben Einführung von branchenübergreifendem Framework für Transparenz und Schutz von Benutzerdaten bekannt

BRÜSSEL und NEW YORK--()--IAB Europe und IAB Technology Laboratory haben heute die technischen Spezifikationen für das Transparency & Consent Framework („Framework“) nach Ablauf der 30-tägigen öffentlichen Anhörung im März und April 2018 herausgegeben.

Die offizielle Version des Frameworks spiegelt das umfangreiche Feedback von Publishern, Agenturen und Werbetechnologieanbietern wider, das während der Anhörung aufgenommen wurde. Wie bei jedem Industriestandard ist auch hier mit künftigen Ergänzungen und Aktualisierungen der Rahmenbedingungen für neue Funktionen und Merkmale zu rechnen.

Das Framework gibt Benutzern uneingeschränkte Kontrolle über ihre Daten

Das Framework ist ein branchenübergreifender Standard, der Onlinedienste und deren Partnerunternehmen darin unterstützt, ihren Benutzern Transparenz und Auswahlmechanismen bereitzustellen. In Übereinstimmung mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) werden Benutzer nun auf die Verwendung ihrer persönlichen Daten nicht nur durch die jeweiligen Onlinedienste, sondern auch durch Drittunternehmen hingewiesen, die Onlinedienste mit Werbeschaltungen für ihre Benutzer sowie mit der Messung der Wirksamkeit solcher Werbeschaltung beauftragen. Das Framework ist besonders für Erstanbieter wie Publisher und andere Dienstleister relevant, die Drittanbieter mit der Verarbeitung von Benutzerdaten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung betrauen (sofern ein begründetes Interesse und die erforderliche Zustimmung vorliegt).

Die DSGVO tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Bei Verstoß gegen die neue Verordnung müssen Unternehmen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 4 % ihres Jahresumsatzes rechnen.

IAB Europe und IAB Tech Lab rufen alle Branchen dazu auf, das Framework einzuführen und zu unterstützen

CEO IAB Europe, Townsend Feehan erklärt: „Mit Inkrafttreten der DSGVO erhalten Benutzer mehr Informationen und Kontrolle darüber, wer ihre persönlichen Daten verarbeitet. Gleichzeitig werden sie mehr Vertrauen in die Internetnutzung gewinnen. Und genau hierin liegt die Chance der komplexen neuen EU-Verordnung. Das Transparency & Consent Framework regelt die Beziehung zwischen Benutzern, Publishern und Drittanbietern, die Publisher bei der Monetisierung ihrer Inhalte unterstützen, und bieten Benutzern und Publishern mehr Kontrollmöglichkeiten und Transparenz in der neuen Umgebung.“

Wie wird das Framework funktionieren?

Die Technologie baut auf einem JavaScript API auf und erlaubt das Abrufen der Informationen von Drittanbietern, das Speichern der Benutzerentscheidung in Bezug auf einen bestimmten Drittanbieter sowie die Weitergabe der Daten an autorisierte Drittanbieter. Auf diese Weise erhalten alle Beteiligten Klarheit darüber, welche Anbieter vom Publisher autorisiert wurden und zugleich von deren Benutzern die erforderliche Autorisierung und Zustimmung erhalten haben. Das Herzstück des Frameworks ist ein zentrales Register, die so genannte Global Vendor List. Dieses Register umfasst alle registrierten und autorisierten Drittanbieter, die von Publishern mit der Verarbeitung von Benutzerdaten, dem Zugriff auf die Geräte von Benutzern sowie der Verwendung der auf diesen Geräten gespeicherten Daten für bestimmte Zwecke beauftragt werden können. Das Framework vereinfacht außerdem die Verwaltung der Signale von Consent-Management-Providern (CMP) für die teilnehmenden Organisationen, die den geltenden Kriterien entsprechen.

Robert Whelan, Chief Operating Officer beim registrierten Anbieter Emerse, erklärt: „Emerse DSP ist bereits Mitglied des Transparency & Consent Framework, einer exzellenten Initiative für die digitale Werbebranche.“

Publisher können das Framework auf verschiedene Weise nutzen:

  • Mithilfe des Registers erfahren Publisher, welche Partnerunternehmen die Richtlinien des Framework einhalten und zu welchen Zwecken sie persönliche Daten verarbeiten. Anhand dieser Informationen können Publisher über Kooperationen mit Drittanbietern und deren Aufnahme in ihre jeweiligen Benutzeroberflächen entscheiden.
  • Außerdem können Publisher ihre Benutzer darüber informieren, welche Drittanbieter persönliche Daten erfassen und für den Verkauf und die Analyse von Werbeschaltungen verwenden dürfen.
  • Das Framework unterstützt Publisher und Anbieter bei der Kommunikation über die Genehmigung von Zugriff und Verarbeitung persönlicher Daten von Benutzern des Publisher und zu welchen Zwecken diese verwendet werden dürfen.
  • Publisher und Anbieter können mithilfe des Frameworks einen Audit-Trail sämtlicher Benutzerentscheidungen zu diesen Anbietern einschließlich detaillierter Informationen zur Datenverwertung erfassen, weitergeben und verwalten.

Führende europäische Publisher, darunter Axel Springer und Schibsted Media Group, unterstützen das Framework:

„Wir halten ein standardisiertes Industrie-Framework für unverzichtbar, nicht allein, um die Anforderungen an Transparenz und Benutzerwahlmöglichkeiten zu erfüllen, sondern auch um ein hochwertiges Benutzererlebnis unseres Publikums zu gewährleisten“, so Moritz Holzgraefe, Chief Operating Officer Digital Platforms bei Axel Springer. „Geschlossene oder fragmentierte Lösungen bieten Publishern keine Entscheidungshilfe, mit welchen Anbietern sie kooperieren, und ermöglichen keine effektiven Geschäftsprozesse von Werbetreibenden – und das ist ein erhebliches Problem für unser Unternehmen ebenso wie für unsere Benutzer.“

„Wir brauchen eine Lösung, die entwicklungsfähig fähig ist und durch die Mitwirkung von Publishern, Werbetreibenden und Technologieanbietern optimiert und aktualisiert werden kann“, kommentiert Ingvild Naess, Group Privacy Officer bei Schibsted. „Das Konzept, das dem Transparency and Consent Framework von IAB Europe zugrunde liegt, erlaubt kontinuierliche Nachbesserungen im Zuge der Praxiserfahrungen in den kommenden Monaten und Jahren.“

Das von uns entwickelte Framework schafft einen Kanal, um die Benutzeroptionen für die Verwertung persönlicher Daten zu Werbezwecken und sonstigen Verwendungen abzurufen“, so Alice Lincoln, Vice President Data Policy & Governance bei MediaMath und Vorsitzende der Arbeitsgruppe bei IAB Europe, die den Grundstein des Frameworks legte. „Darüber hinaus liefert das Framework die technischen Voraussetzungen für Publisher, um verlässliche Reichweitendaten zu erfassen. Wir sind davon überzeugt, dass diese beiden Errungenschaften dazu beitragen können, einen verbraucherorientierten Umgang mit persönlichen Daten zu etablieren, die den legitimen Benutzererwartungen an Datenschutz und ansprechende Werbeerlebnisse Rechnung tragen.

Die aktualisierten technischen Spezifikationen des Transparency and Consent Framework zur Erfüllung der DSGVO sind HIER abrufbar. Die Spezifikationen beinhalten:

  • Consent Management Provider Javascript API Spec v1.1
  • Format der Consent String and Global Vendor List Spec v1.1

Ein zusätzlicher Spezifikationsentwurf, der nächste Woche der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt wird, enthält:

  • publisher-vendors.json spec v.1.0 (Entwurf)

Dieser ergänzende Spezifikationsentwurf wird Anbietern eine robustere Unterstützung auf verschiedenen gesetzlichen Grundlagen sowie Publishern sekundäre Audit-Trails und feinere Kontrollmöglichkeiten für genehmigte Datennutzungen durch jeden autorisierten Anbieter bereitstellen.

„Mit Inkrafttreten der DSGVO in Europa werden Publisher und Anbieter eine Lösung brauchen, die entwicklungsfähig ist und mit Beteiligung von Regulierungsbehörden, Internetnutzern und Unternehmen, die das Framework einsetzen, optimiert werden kann“, erklärt Dennis Buchheim, Senior Vice President und General Manager, IAB Tech Lab. „Das Team des IAB Tech Lab hat die technische Aufsicht für das Framework übernommen und wird die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen, die Kompatibilität mit anderen relevanten Standards (wie OpenRTB) sowie seine Anpassungsfähigkeit an künftige Datenschutzanforderungen gewährleisten.“

Da das Datum des Inkrafttretens der DSGVO schnell näher rückt, sollten Publisher und ihre Werbepartner keine weitere Zeit verlieren und das Framework sofort implementieren. Publishern, die einen CMP-Drittanbieter eintragen wollen, steht HIER eine regelmäßig aktualisierte Liste der verfügbaren CMPs zur Verfügung.

Weitere Informationsquellen:

  • Informationen und Ressourcen zum Transparency & Consent Framework sind hier erhältlich.
  • Implementierungsrichtlinien stehen hier zur Verfügung.
  • Für eine Liste der Unterstützer des Frameworks klicken Sie hier.
  • Die Anmeldung als Anbieter und/oder CMP ist hier möglich.
  • CMP-Demos von Quantcast, Faktor und Didomi erhalten Sie hier.
  • Hier melden Sie sich für das Webinar an diesem Freitag, 27. April, um 8 Uhr PDT/ 11 Uhr EDT/ 16 Uhr BST/ 17 Uhr MESZ an

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Über IAB Europe

IAB Europe ist der führende Verband des Ökosystems der europäischen Werbebranche. Aufgabe und Ziel von IAB Europe ist es, die Entwicklung dieses innovativen Sektors zu fördern und seine Nachhaltigkeit durch die Mitgestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen zu gewährleisten, den Wert der digitalen Werbung für die Volkswirtschaft Europas – für die Verbraucher ebenso wie den Markt – darzustellen und Geschäftspraktiken zu harmonisieren, um den sich verändernden Benutzererwartungen gerecht zu werden und digitale Markenwerbung europaweit zu unterstützen.

Über IAB Technology Laboratory

Das IAB Technology Laboratory („Tech Lab“) ist ein nicht gewinnorientiertes Forschungs- und Entwicklungskonsortium, das Standards, Software und Dienstleistungen entwickelt und bereitstellt, um das Wachstum eines effektiven und nachhaltigen globalen Digital-Media-Ökosystem zu fördern. Das Konsortium, dem neben Anbietern digitaler Inhalte und Werbetechnologien auch Marketer, Agenturen und andere Unternehmen angehören, für die interaktives Marketing von Bedeutung ist, erleichtert das Wachstum von Marken und Medien durch eine transparentere, sichere und effektivere Lieferkette, einfachere und konsistente Messungen sowie höherwertige Werbeerlebnisse für Verbraucher, insbesondere durch die Entwicklung der Kanäle Mobil und digitales Video und Fernsehen. Zum Portfolio des IAB Tech Lab zählen die standardisierten Identitätsdienste DigiTrust, die das digitale Erlebnis für Verbraucher, Publisher, Werbekunden und Drittanbieter-Plattformen verbessern sollen. Im Vorstand sind die Unternehmen AppNexus, ExtremeReach, Google, GroupM, Hearst Digital Media, Integral Ad Science, Index Exchange, LinkedIn, MediaMath, Microsoft, Moat, Pandora, PubMatic, Quantcast, Telaria, The Trade Desk und Yahoo! Japan vertreten. Das 2014 gegründete IAB Tech Lab unterhält seinen Hauptsitz in New York City, ein Büro in San Francisco sowie Repräsentationen in Seattle und London.

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matthiesen@iabeurope.eu
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Laura Goldberg, +1-347-683-1859
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