Lücken im Versicherungsschutz für Internet und Gesundheitswesen akuter als bei Naturkatastrophen: The Geneva Association

ZÜRICH--()--Die Lücken im Versicherungsschutz in den Bereichen Gesundheitswesen und Cybersicherheit wurden bislang nicht ausreichend analysiert – und das, obwohl die jeweiligen Defizite dramatischer sind als bei Naturkatastrophen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie ‘Understanding and Addressing Global Insurance Protection Gaps’, die heute von The Geneva Association veröffentlicht wurde.

Laut der Studie wird die Schutzlücke in der Cybersicherheit (d. h. der Anteil der nicht versicherten Verluste an den Gesamtverlusten) in den verschiedenen Szenarien auf etwa 90 Prozent geschätzt, was einem Anteil von 0,5 Prozent am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) entspricht. Die Versicherungslücke im Gesundheitswesen auf Basis der Auslagen (d. h. dem Anteil der Ausgaben, die ein Versicherter direkt an den Gesundheitsdienstleister ohne Rückerstattung durch Dritte zahlen muss) beträgt etwa 2 Prozent des globalen BIP. Die Versicherungslücke bei Naturkatastrophen ist zwar ebenfalls sehr hoch, beträgt jedoch nur ca. 0,2 Prozent des globalen BIP.

Anna Maria D’Hulster, Secretary General von The Geneva Association, erläuterte: „Das Risikopotenzial wächst deutlich stärker als die Versicherungsbeiträge. Für den Einzelnen, Haushalte, Firmen und die öffentliche Hand ergibt sich damit eine klare Unterversicherung. Es gibt eindeutige Belege dafür, dass im Schnitt nur ein Drittel der durch Naturkatastrophen verursachten Verluste versichert ist. Aber auch in anderen Bereichen, von der Landwirtschaft bis hin zur Altersvorsorge, schließen Kunden weniger Versicherungen ab, als wirtschaftlich empfehlenswert wäre. Darüber hinaus schafft die digitale Transformation moderner Wirtschaftsgefüge eine erhebliche Lücke zwischen den Risiken im Internet und den verfügbaren Optionen für das Risikomanagement und die Risikoübertragung.“

Als Grundursachen für die Lücken im Versicherungsschutz nennt die Studie Faktoren, die sowohl die Nachfrage als auch das Angebot an Versicherungsleistungen beeinflussen. Zu den nachfrageseitigen Faktoren zählen unter anderem Bezahlbarkeit, Attraktivität der Produkte, Servicequalität sowie das Vertrauen der Versicherungsnehmer. Auf Anbieterseite werden Transaktionskosten und die Grenzen der Versicherbarkeit als Beispiele für Marktunvollkommenheiten genannt, die das Angebot an Versicherungen einschränken.

Bei der Untersuchung des Ausmaßes und der Ursachen für die Lücken im Versicherungsschutz sowie der potenziellen Abhilfemaßnahmen muss sorgfältig zwischen Entwicklungsmärkten, Schwellenmärkten und reifen Märkten unterschieden werden. Wie die Studie zeigt, bleibt beispielsweise der Fortschritt bei den Bemühungen, die Versicherungslücken für Naturkatastrophen zu schließen, auf hochentwickelte Volkswirtschaften beschränkt. Außerdem ist die Gefahr, dass Gesundheitsausgaben ein katastrophales Ausmaß erreichen, besonders stark in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen ausgeprägt.

Kai-Uwe Schanz, Senior Advisor für The Geneva Association und Autor der Studie, kommentierte: „Die Bestimmung der Ursachen ist Grundlage für die Ausarbeitung von Abhilfemaßnahmen und Strategien zur optimalen Verteilung von Verantwortlichkeiten zwischen Versicherungsträgern, Regierungen und anderen Interessengruppen. Da ein ganzheitlicher und simultaner Ansatz zur Lösung der Probleme auf Nachfrage- und Anbieterseite unabdingbar ist, scheinen gemeinsame Bestrebungen der Interessengruppen kombiniert mit einer Perspektive, die über geschäftliche und geografische Grenzen hinausgeht, eine wesentliche Voraussetzung zu sein, um die Lücken im Versicherungsschutz effektiv zu schließen.“

ENDE

Studie lesen: Understanding and Addressing Global Insurance Protection Gaps

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The Geneva Association
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