Neuer GSMA-Bericht warnt vor Auswirkungen der Frequenzpolitik auf die Servicequalität für Mobilnutzer in Lateinamerika

Regierungspolitik beeinflusst die Bereitstellung von Diensten der nächsten Generation in der Region

Preise in Lateinamerika um 60 Prozent höher als in Europa

BUENOS AIRES, Argentina--()--Die GSMA veröffentlichte heute einen neuen Bericht mit dem Titel „Effective Spectrum Pricing in Latin America: Policies to support better quality and more affordable mobile services“. Laut diesem Bericht beeinflusst die Frequenzpolitik in Lateinamerika die Lieferqualität der Mobilfunkdienste für Verbraucher in der Region.

Der neue Bericht untersucht die Preisentwicklung in 15 lateinamerikanischen Ländern und unterstreicht die möglichen negativen Auswirkungen, die Entscheidungen von Regulierungsstellen in puncto Frequenznutzungsentgelte auf die Qualität und Kosten mobiler Breitbanddienste haben könnten. Auktionen sind zwar weiterhin ein probates Mittel zur Vergabe von Frequenzen, allerdings sollten Regulierungsstellen eine Frequenzpolitik einführen, die der Maximierung der langfristigen Vorteile für die Gesellschaft dient, anstatt die Kosten zwecks kurzfristiger Gewinne in die Höhe zu treiben. Die extrem hohen Frequenznutzungsentgelte in Lateinamerika – nahezu doppelt so hoch wie in Europa – setzen die Branche unter erheblichen finanziellen Druck und beeinträchtigen die Bereitstellung von Netzwerken der nächsten Generation.

„Lateinamerikanische Länder, die keine Frequenzen für 4G- und 5G-Netzwerke bereitstellen und Preise künstlich in die Höhe treiben, behindern ihre digitalen Wirtschaftsgefüge, schließen nicht die digitale Kluft und schaden den Verbrauchern“, kommentierte Sebastian Cabello, Head of Latin America, GSMA. „Betreiber fordern einen fairen Zugang zu Funkfrequenzen, um hochwertige und erschwingliche Mobilfunkdienste liefern zu können. Regierungen und Regulierungsstellen müssen diese Forderung durch Strategien unterstützen, die das Wachstum ihrer digitalen Wirtschaftsgefüge vor Ort fördern.“

Angemessene Frequenzpolitik

Die auf Auktionen erzielten hohen Preise für Frequenzen lassen sich eher auf politische Entscheidungen als auf Marktkräfte zurückführen, denn Regulierungsstellen legen den Preis für Frequenzen im Vorfeld fest, so der Bericht. Dieses Vorgehen hat zu einer Preisinflation in Lateinamerika geführt: Die Preise liegen um ca. 60 Prozent über denen in Europa.

Der Frequenzanteil, der Mobilfunkbetreibern in Lateinamerika zugewiesen ist, liegt weiterhin deutlich unter dem in asiatischen, europäischen und nordamerikanischen Märkten. Folglich finden Auktionen in Lateinamerika oft in einem Klima der Unsicherheit und Frequenzknappheit1 statt. Die zukünftige Verfügbarkeit von Frequenzen zwingt Mobilfunkbetreiber dazu, diese höheren Preise zu akzeptieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den einzelnen Märkten langfristig zu sichern. Viele lateinamerikanische Länder weisen zudem eine gemischte Erfolgsbilanz bei der rechtzeitigen Bereitstellung von Frequenzen und bei der Zusicherung zukünftiger Freigaben auf.

„Die Länder Lateinamerikas müssen geeignete Strategien verfolgen, um die Entwicklung von Netzwerken der nächsten Generation zu fördern und Verbrauchern einen erschwinglichen Zugang zu Mobilfunkdiensten zu verschaffen“, ergänzte Cabello. „Die Nachfrage der Verbraucher nach mobilen Datendiensten steigt kontinuierlich. Solange es jedoch Regierungen und Regulierungsstellen nicht gelingt, die Frequenzen effizient zu verwalten und den Prozess für Betreiber transparenter, kostengünstiger und besser zugänglich zu gestalten, werden die Kosten weiterhin auf hohem Niveau bleiben und Verbrauchern keinerlei Vorteile bringen.“

Ein zu hoher Preis

Der Bericht bestätigt den engen Zusammenhang zwischen den Gesamtkosten für Frequenzen und dem Preis für Daten mit dem Argument, dass sich geringere Frequenznutzungsentgelte positiv auf die Einführung von Verbraucher- und Unternehmensdiensten auswirken. Er legt außerdem nahe, dass hohe Kosten Anreize für einen Preiswettbewerb unterdrücken. Weitere problematische Themen sind hohe Mindestpreise, Lizenzjahresgebühren, kurze Lizenzlaufzeiten, unangemessene Abdeckungsverpflichtungen und die Unsicherheit im Hinblick auf Vertragsverlängerungen sowie neue Vertragsabschlüsse.

Best Practices bei der Gestaltung der Frequenznutzungsentgelte

Der Bericht empfiehlt lateinamerikanischen Regierungen und Regulierungsstellen, die Auswirkungen ihrer Strategien auf Preise und die Verfügbarkeit der Frequenzen zu prüfen, insbesondere da 4G- und 5G-Netzwerke einen größeren Frequenzanteil erfordern. Geeignete Strategien optimieren den Zugang zum Breitband und bieten der Gesellschaft Vorteile wie beispielsweise die Überbrückung der digitalen Kluft und die Förderung des Wachstums der digitalen Gesellschaft. Insbesondere empfiehlt der Bericht folgende Schlüsselstrategien:

1. Moderate Mindestpreise unter dem erwarteten Marktwert festlegen und sicherstellen, dass sich Jahresgebühren nicht negativ auswirken

2. Frequenzen rechtzeitig vermarkten; Betreibern eine Roadmap der zukünftigen Verfügbarkeit und Freigabe im Vorgriff auf zukünftige Anforderungen an die Hand geben

3. Belastende Lizenzbedingungen vermeiden; sicherstellen, dass Lizenzlaufzeiten lang genug sind und Bieter entsprechende Verlängerungsgarantien erhalten, damit sie angemessene Erträge aus ihren Investitionen in die Netzwerkinfrastruktur erzielen können

4. Best Practices in der Gestaltung der Vergabeverfahren anwenden, bei denen Effizienz Vorrang vor Erlösen hat

Der vollständige Bericht „Effective Spectrum Pricing in Latin America: Policies to support better quality and more affordable mobile services“ kann abgerufen werden unter: www.gsma.com/spectrum/wp-content/uploads/2018/02/Effective-Spectrum-Pricing-in-Latin-America-ENG-full.pdf

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Hinweise für Redakteure

1. Laut dem Bericht ist der Frequenzmangel einer der wichtigsten Faktoren, die die Entwicklung der Region hemmen. So haben beispielsweise die meisten Länder in der Region neue Frequenzbänder wie 700 MHz und 2,6 GHz nicht zeitnah zugewiesen. Der Gesamtfortschritt bei der Freigabe von Frequenzen liegt deutlich hinter dem der besser erschlossenen Märkte in Europa und Nordamerika.

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber sowie nahezu 300 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen und Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, den Mobile World Congress Shanghai, Mobile World Congress Americas und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen finden Sie auf der Unternehmenswebseite der GSMA unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

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