Waadtländer Universitätsspital (CHUV): Follikulärer T-Helferzellen – Schlüssel zum Verständnis des Mechanismus der HIV-Persistenz

LAUSANNE, Schweiz--()--Eine gestern in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienene Studie zeigte, dass follikuläre T-Helferzellen (Tfh-Zellen) das Hauptzellreservoir der HIV-Infektion darstellen. Die Studie wurde von Prof. Matthieu Perreau und Prof. Giuseppe Pantaleo von der Abteilung für Immunologie und Allergie, Waadtländer Universitätsspital, Lausanne, Schweiz, geleitet.

Die Wissenschaftler untersuchten das HIV-Reservoir bei Patienten ohne Virämie, die mehrere Jahre (bis zu 14 Jahre) mit antiretroviraler Therapie (ART) behandelt worden waren. Es zeigte sich, dass eine Population von CD4-positiven T-Zellen, die sich im Keimzentrum von Lymphknoten aufhalten und als Tfh-Zellen bezeichnet werden, das Hauptreservoir der HIV-Infektion darstellt. Die Tfh-Zellen, die weniger als 1 Prozent der gesamten CD4-positiven T-Zellen bei Patienten mit Langzeit-ART ausmachen, enthielten replikationsfähige und infektiöse Viren. Keimzentren sind für zytotoxische CD8-positive T-Zellen schwer zugänglich und deshalb der bevorzugte anatomische Ort im Sinne eines Refugiums für die Persistenz von HIV in Tfh-Zellen bei Patienten mit Langzeit-ART.

Trotz der großen Fortschritte in der antiretroviralen Therapie und der effektiven Suppression der HIV-Replikation kann HIV mithilfe von ART nicht vollständig beseitigt werden. Die HIV-Infektion flammt bei Unterbrechung der antiretroviralen Therapie immer wieder auf. Deshalb ist zurzeit eine lebenslange ART erforderlich, um die HIV-Replikation zu beherrschen. Die vorliegende, in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienene Studie brachte grundlegende neue Erkenntnisse, da sie die Zellen identifizierte, die möglicherweise für das schnelle Aufflammen der Virusreplikation nach ART-Unterbrechung verantwortlich sind.

„Der Nachweis, dass Tfh-Zellen das Hauptzellkompartiment mit replikationsfähigen und infektiösen HIV bilden, hat unserer Verständnis der Mechanismen der HIV-Persistenz nach mehrjähriger ART-vermittelter Virussuppression einen großen Schritt vorangebracht“, so Prof. Matthieu Perreau.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, die Tfh-Zellen als Hauptzellreservoir für HIV bei Patienten mit Langzeittherapie zu identifizieren. Diese Beobachtungen werden die Entwicklung von therapeutischen immunbasierten Interventionen fördern, die direkt auf das HIV-Zellreservoir abzielen. Der große Einfluss dieser Erkenntnisse liegt darin begründet, dass sie die Forschung im Bereich der funktionellen Heilung und Ausrottung von HIV beschleunigen“, so Prof. Pantaleo.

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.

Contacts

Waadtländer Universitätsspital (CHUV)
Prof. Giuseppe Pantaleo
Giuseppe.Pantaleo@chuv.ch
oder
Matthieu Perreau
Matthieu.Perreau@chuv.ch

Contacts

Waadtländer Universitätsspital (CHUV)
Prof. Giuseppe Pantaleo
Giuseppe.Pantaleo@chuv.ch
oder
Matthieu Perreau
Matthieu.Perreau@chuv.ch