ITGA: Studie belegt, dass die jüngsten WHO-Empfehlungen verheerende ökonomische Auswirkungen in Afrika haben können

LISSABON, Portugal--()--Gemäß dem heute veröffentlichten unabhängigen EIA-Bericht (Economic Impact Assessment) sind 3,6 Millionen Arbeitsplätze im Tabakanbausektor in fünf von Armut geprägten afrikanischen Ländern infolge der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernsthaft gefährdet.

Der EIA-Bericht „The role of burley tobacco in African economies and the expected impact of a decline in the crop's production” (Die ökonomische Bedeutung von Burley-Tabak in Afrika und die zu erwartenden Auswirkungen bei einem Rückgang der Erntemengen) belegt, dass die Lebensgrundlage von über 3,6 Millionen Menschen in Malawi, Mozambique, Uganda, Sambia und Simbabwe unmittelbar von der Tabakproduktion abhängt. Weitere 12 Millionen Menschen sind direkt oder indirekt von den Entwicklungen des Tabaksektors in ihren Ländern betroffen. Der Bericht hebt besonders hervor, dass die Wirtschaft Malawis im schlimmsten Falle, d.h. bei einem Zusammenbruch der Nachfrage nach Burley-Tabak, innerhalb eines Jahres um 20 % schrumpfen könnte. Der Bericht betont darüber hinaus, dass sich das Land Malawi von einem derartigen abrupten Schock erst nach Jahrzehnten wieder erholen würde. Die regionalen Folgeschäden würden gravierend ausfallen.

Die jüngsten Vorgaben der WHO-Rahmenkonvention für Tabakkontrolle (FCTC) sehen ein Verbot der Verwendung von Zusatzstoffen in Tabakerzeugnissen vor. Ein derartiges Verbot wäre das Aus für Blendzigaretten, die 50 % des weltweiten Konsums ausmachen, und würde die Nachfrage nach Burley- und Orienttabak drastisch reduzieren, da diese Sorten für die Herstellung von Blendzigaretten verwendet werden. 171 Länder werden vom 15. bis 20. November im Rahmen der nächsten WHO-Vertragsstaatenkonferenz (COP) in Uruguay darüber abstimmen, ob sie diese Vorgaben übernehmen werden. Obwohl die WHO einräumte, dass Produkte mit oder ohne Zusatzstoffe gleichermaßen schädlich sind, wurde ein Verbot angeregt.

Antonio Abrunhosa, CEO der ITGA (International Tobacco Growers Association), kommentierte den EIA-Bericht mit den Worten: „Der Bericht bestätigt unsere seit Monaten vorgebrachten Befürchtungen. Nach einer Umsetzung der WHO-Vorgaben werden einige der ärmsten Länder Afrikas, die vom Tabakanbau abhängig sind, von ernsthaften sozialen und ökonomischen Krisen und dem Verlust von Arbeitsplätzen in bislang ungekanntem Ausmaß betroffen sein. Allein in Malawi sind siebzig Prozent der Arbeiter und Arbeiterinnen direkt oder indirekt im Tabakanbau beschäftigt. Sie haben keine Alternative und die WHO kann ihnen keine anbieten.”

Trotz der schrillenden Alarmglocken wurde das Ersuchen der ITGA nach einem Sitz am runden Tisch von der WHO abgelehnt und die betroffenen Farmer als „Störenfriede” abgetan. Immer mehr Länder hinterfragen jedoch den von der WHO eingeleiteten Schritt. Hier sind an erster Stelle die 19 COMESA-Länder (Common Market for Eastern and Southern Africa) zu nennen, die im Rahmen des jüngsten COMESA-Gipfels aufgefordert wurden, die WHO-Vorgaben abzulehnen. Im Rahmen dieses Gipfels wurde die WHO auch aufgefordert, geeignete Beratungsprogramme für die Betroffenen bereitzustellen.

Im September verständigten sich die 15 CARICOM-Länder (Caribbean Community) darauf, die WHO-Vorgaben abzulehnen, und in den letzten Wochen verliehen nun auch die Handelminister der Afrikanischen Union (AU) ihrer Sorge Ausdruck und baten um einen Aufschub der Entscheidungen.

„Der Bericht zeigt sehr deutlich, welche verheerenden Auswirkungen diese Vorgaben auf den afrikanischen Kontinent haben können und wie wichtig es auch für die WHO ist, vollständig zu verstehen, welche Folgen derartige Vorgaben nach sich ziehen können. Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, wie die in Uruguay getroffenen, sollten nicht toleriert werden, zumindest dann nicht, wenn die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen in Gefahr gerät. Daher kann es nicht allein in den Händen von Gesundheitsministern und Tabakgegnern liegen, was von Farmern angebaut werden darf und wo sie die Erlaubnis dafür erhalten. Wir ersuchen die an der Konferenz von Uruguay beteiligten Entscheidungsträger, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten bevor es zu spät ist”, so die mahnenden Worte von Antonio Abrunhosa.

Hinweise an Redakteure:

1. Der Bericht kann eingesehen werden unter: http://ingredientsban.tobaccoleaf.org/

2. Die ITGA (International Tobacco Growers' Association) ist eine Organisation ohne Erwerbscharakter. Sie wurde im Jahr 1984 mit dem Ziel gegründet, den Millionen Tabakbauern weltweit Gehör zu verschaffen. Die ITGA ist bestrebt, die Betroffenen auf internationaler und nationaler Ebene mit einer Stimme sprechen zu lassen, um den Tabakmärkten auch langfristig Stabilität zu verleihen. Zu ihren Mitgliedern gehören Tabakbauern aus 26 Ländern, die 85 % der Welttabakproduktion auf sich vereinigen.

3. Der Bericht wurde recherchiert und verfasst von der NKC, einer führenden internationalen Wirtschaftsberatungsgesellschaft.

4. Die WHO-Vertragsstaatenkonferenz wird vom 15. bis 20. November 2010 in Uruguay stattfinden.

5. Zu den 3,6 Millionen vom Verlust ihrer Arbeitsplätze Betroffenen gehören Tabakbauern, Verarbeiter, Verkäufer, Düngemittellieferanten und Erntehelfer.

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