Westeuropäischer Diabetes-Markt bewegt sich in Richtung einer exklusiven Tablettenbehandlung, besagt die Studie der GfK Market Measures Roper Global Diabetes Group
Untersuchungen zeigen in sechs europäischen Ländern eine zunehmend exklusive Behandlung von Diabetes-Patienten mit oral verabreichten Medikamenten, bestärkt durch einen zunehmenden Einsatz von Tabletten bei der wachsenden Patientengemeinschaft mit Typ-2-Diabetes
LONDON--(BUSINESS WIRE)--Für Diabetes-Patienten in westeuropäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien wird eine exklusive Behandlung mit oralen Medikamenten zunehmend zur Behandlung der Wahl. Während der Anteil der Patienten, die keine Medikamente einnehmen, weiterhin abnimmt, bleibt die Verwendung von Insulin in der Patientengemeinschaft weiterhin relativ stabil, besagt eine neue Studie der GfK Market Measures Roper Global Diabetes Group.
Der Anteil von Patienten, die entweder exklusiv oder als Teil einer Kombinationstherapie mit oralen Diabetes-Medikamenten behandelt werden, ist auf 64 Prozent im Jahr 2008 von 54 Prozent im Jahr 2000 gestiegen, was die Zahl der mit Tabletten behandelten Diabetes-Patienten in Westeuropa auf über 10 Millionen bringt, basierend auf einer geschätzten diagnostizierten Gesamtpopulation von Diabetes-Patienten von nahezu 16,5 Millionen. In den genannten sechs Ländern ist der Anteil der Patienten, die exklusiv mit oralen Therapien behandelt werden bei 55 Prozent, was einem Äquivalent von fast 9 Millionen Patienten entspricht und eine bedeutende Steigerung seit dem Jahr 2000 darstellt, als sich diese Zahl um die 48 Prozent bewegte. Während sich die Prozentzahlen je nach Land unterscheiden, mit einer höchsten Prozentzahl in Frankreich mit 64 Prozent und der niedrigsten in Deutschland mit 46 Prozent, zeigt sich die Behandlung mit oralen Medikamenten als dominant in allen Märkten. In Ländern, in denen dieser Anteil unterhalb des Durchschnitts liegt, ist der Anteil der Insulinverbraucher höher, was im Gegenzug immer eine höhere Anzahl bedeutet, als die Prozentzahl von Patienten ohne Medikamentenbehandlung.
Weniger als 15 Prozent von Patienten, oder 2,5 Millionen Menschen, nehmen zur Behandlung ihrer Diabeteserkrankung keine Medikamente ein, was eine beachtliche Verringerung gegenüber 2000 ist, als diese Zahl 22 Prozent betrug. Dreißig Prozent von Patienten nehmen Insulin, was einem Äquivalent von nahezu 5 Millionen Menschen entspricht. Zwei Drittel dieser Patienten werden ausschließlich mit Insulin behandelt und ein Drittel nehmen Insulin in Kombination mit oral verabreichten Diabetes-Medikamenten. Die Verwendung von Insulin blieb seit 2000 stabil, wo 29 Prozent der Patienten ihre Behandlung mit Insulin bestätigten.
Die Untersuchungen der GfK zeigen, dass einige Länder oral verabreichte Diabetestherapien in früheren Behandlungsphasen einsetzen, als dies zuvor der Fall war. Mehr als 75 Prozent der exklusiv mit Tabletten behandelten Patienten wurden bereits zum Zeitpunkt der Diagnostizierung auf Diabetestabletten eingestellt und es hat den Anschein, dass diese Prozentzahl in einigen Ländern kontinuierlich steigt. Die Niederlande sind mit 88 Prozent das Land mit den meisten ausschließlich mit oralen Medikamenten behandelten Patienten. Im Gegensatz dazu ist Großbritannien mit 55 Prozent das Land, welches die wenigsten Patienten exklusiv mit Tabletten behandelt.
Die Trends unter den im vergangenen Jahr neu diagnostizierten Patienten weisen den gleichen Trend zur alleinigen Behandlung mit Tabletten auf. Die Zahl der neu diagnostizierten Patienten in Westeuropa ist ständig gestiegen, mit einer Diabetespopulation von 8,1 Prozent im Jahr 2008 im Vergleich zu 4,4 Prozent im Jahr 2000. Die exklusive Verschreibung von Tabletten ist auch für die neu diagnostizierten Patienten erheblich gestiegen: 51 Prozent im Jahr 2008 im Vergleich zu 36 Prozent im Jahr 2000.
Biguaniden, insbesondere Metformin, blieben auch weiterhin die am meisten verschriebenen oralen Diabetes-Medikamente für exklusive Tablettenbenutzer. Von 62 Prozent der Patienten im Jahr 2008 benutzt, ist der Marktanteil von Biguaniden seit 2002 beachtlich gestiegen, wo sie von 48 Prozent der Patienten als Therapie benutzt wurden. Im direkten Gegensatz dazu steht die Behandlung mit Sulfonylurea, verwendet von 37 Prozent der Patienten im Jahr 2008, was eine beachtliche Markteinbuße seit 2002 bedeutet, als diese Therapie bei 58 Prozent von Patienten eingesetzt wurde.
Hinsichtlich des Wechselverhaltens kann angeführt werden, dass weniger als ein Drittel exklusiver Tablettenbenutzer die Marke ihres Medikaments in den letzten zwei Jahren geändert haben. Während eine große Minderheit von Patienten zwischen Medikamentmarken der Sulfonylurea- und Biguanid-Klassen wechselt, wechseln die meisten Patienten zu einer anderen Klasse über.
„Der Anstieg bei der Tablettentherapie in ganz Westeuropa wird durch die steigende Beachtung und Diagnose der Typ-2-Diabetes gefördert, da diese Patientengruppe mit großer Wahrscheinlichkeit mit Tabletten behandelt werden wird. Dieser Trend wird des Weiteren dadurch verstärkt, dass diese Patienten bereits zu einem früheren Zeitpunkt behandelt werden, um ihre Erkrankung unter Kontrolle zu bekommen“, erklärt Ian Pike, Director von GfK Market Measures Roper Global Diabetes Group mit Sitz in Großbritannien. „Typ-2-Patienten leiden häufig unter weiteren verwandten Symptomen wie Adipositas, kardiovaskulärer Erkrankung und Augenproblemen, was die Qualität ihres alltäglichen Lebens sowie die Einhaltung des Medikamentenregimes beeinträchtigt. Dies unterstreicht eine echte Möglichkeit für pharmazeutische Unternehmen, neuartige Therapien zu entwickeln, die die Probleme adressieren, welche mit Polypharmazie und insbesondere mit der Einhaltung des Therapieregimes zusammenhängen.“
3.636 Diabetes-Patienten teilen ihre Ansichten mit
Mit der Veröffentlichung der Ansichten von 3.636 Diabetes-Patienten in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien, die mithilfe von tiefgehenden Telefonbefragungen zwischen November 2007 und März 2008 zusammengetragen wurden, liefert die von GfK Market Measures Roper Global Diabetes Group durchgeführte 2008 Westeuropäische Diabetes-Patientenstudie eine umfassende Perspektive des Diabetesmarkts in dieser Region. Die Studie wird alle zwei Jahre durchgeführt und bietet Vergleichsdaten bis zurück ins Jahr 1994.
Über GfK Market Measures
GfK Market Measures (www.gfkmarketmeasures.com) bietet Kunden des Gesundheitswesens eine unikate Mischung aus kundenspezifischen und syndizierten Forschungslösungen, um das gesamte Marktangebot zu unterstützen. GfK Market Measures ist Mitglied der GfK Healthcare Companies, einem der größten Anbieter von Marktforschungsservices für das Gesundheitswesen in der ganzen Welt. Um weitere Details zu dieser Studie zu erfahren oder um ein Interview mit einem Vertreter von GfK Market Measures zu planen, kontaktieren Sie bitte Jessica Makovsky, Group Vice President of Communications, GfK U.S. Healthcare Companies, unter der Rufnummer 1.267.304.3780 oder senden Sie eine E-Mail an jmakovsky@gfkushc.com.
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