Neue Daten zeigen, dass das gerinnungshemmende Medikament AGGRASTAT® bei Patienten, die nach einer elektiven Koronarangioplastie schlecht auf Aspirin oder Clopidogrel ansprechen, das Herzinfarktrisiko senken kann
PHILADELPHIA--(BUSINESS WIRE)--Der Thrombozytenaggregationshemmer AGGRASTAT® (Tirofiban-HCL), ein Glycoprotein IIb/IIIa-Hemmer, kann das Risiko eines Herzinfarkts nach einer elektiven Koronarangioplastie bei Patienten mit Koronararterienerkrankung, die schlecht auf orale Standard-Thrombozytenaggregationshemmer wie Aspirin oder Clopidogrel ansprechen, erwiesenermaßen senken.1 Dieses Ergebnis wurde heute auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München bekannt gegeben.
„Dieses Ergebnis ist signifikant, weil es die Machbarkeit einer neuen Behandlungsstrategie bei einer Patientengruppe belegt, deren Anforderungen bisher nicht angesprochen wurden: das Management des erhöhten Thromboserisikos bei Patienten, die auf orale Standard-Thrombozytenaggregationshemmer nicht ansprechen“
„Dieses Ergebnis ist signifikant, weil es die Machbarkeit einer neuen Behandlungsstrategie bei einer Patientengruppe belegt, deren Anforderungen bisher nicht angesprochen wurden: das Management des erhöhten Thromboserisikos bei Patienten, die auf orale Standard-Thrombozytenaggregationshemmer nicht ansprechen“, so Dr. Marco Valgimigli, Vorsitzender für Kardiologie an der Universität Ferrara in Italien und Hauptprüfarzt der 3T/2R-Studie (Tailoring Treatment with Tirofiban in patients showing Resistance to aspirin and/or Resistance to clopidogrel, etwa: Spezielles Anpassen der Behandlung mit Tirofiban bei Patienten mit Aspirin- oder Clopidogrel-Resistenz).
Die Hemmung der Thrombozytenaggregation nach der Einnahme von Aspirin oder Clopidogrel variiert unter Patienten beträchtlich. Frühere Studien haben belegt, dass die schlechte Reaktion auf orale Thrombozytenaggregationshemmer das Thromboserisiko erhöht, insbesondere nach der Koronarangioplastie.1 Es war bisher nicht bekannt, ob dies eine nicht optimale Thrombozytenaggregationshemmung per se bedeutet, die durch alternative oder stärkere Thrombozytenaggregationshemmer verbessert werden könnte.
An der Studie nahmen 263 Patienten teil, die basierend auf einem Vor-Ort-Assay-Test schlecht auf Aspirin bzw. Clopidogrel ansprachen und an zehn Standorten in Europa aufgrund einer stabilen oder instabilen Koronararterienerkrankung mit niedrigem Risiko einer elektiven Koronarangioplastie unterzogen wurden. Die Patienten wurden doppelblind randomisiert. Eine Patientengruppe wurde zusätzlich zur Standardtherapie mit Aspirin und Clopidogrel mit AGGRASTAT® behandelt, die andere mit einem Placebopräparat.1 Der primäre Endpunkt war das Eintreten eines periprozeduralen Myokardinfarkts, per definitionem ein Anstieg von Troponin I oder T innerhalb von 48 Stunden, der bei 20,4 Prozent der mit AGGRASTAT® behandelten Patienten auftrat, im Vergleich zu 35,1 Prozent der mit dem Placebo behandelten Patienten.1 Dies führte zu einer signifikanten Reduzierung schwerer Herz-Kreislaufzwischenfälle innerhalb von 30 Tagen bei der AGGRASTAT®-Gruppe im Vergleich zur Placebogruppe (21,2 Prozent im Vergleich zu 36,6 Prozent, p=0,0065).1 Das Auftreten von Blutungen war gering und war bei beiden Gruppen gleich.1
„Aktuelle Behandlungsstrategien für Patienten mit Koronararterienerkrankung lassen die individuelle Reaktion auf Thrombozytenaggregationshemmer außer Acht. Außerdem identifizieren Sie keine Therapieziele für die Thrombozytenreaktivität, die zur Behandlungsintensivierung notwendig sind“, so Dr. Paul Gurbel, Direktor für kardiovaskuläre Forschung am Center for Thrombosis Research, Sinai Hospital, Baltimore, USA. „Diese Ergebnisse belegen die Wirksamkeit und Sicherheit von AGGRASTAT® bei der Behandlung von Patienten, die schlecht auf die Standardbehandlung mit Aspirin oder Clopidogrel ansprechen. Die Studie zeigt, dass die Behandlungsintensität durch die Beurteilung der Reaktion auf Standard-Thrombozytenaggregationshemmer mittels Vor-Ort-Assay entsprechend abgestimmt werden kann.“
Dr. Gurbel weiter: „Diese Daten stimmen mit den bisherigen Ergebnissen aus den CLEAR PLATELETS-Studien überein, die den engen Zusammenhang zwischen hoher periprozeduraler Thrombozytenreaktivität und dem Risiko eines Myokardinfarkts bei Patienten, bei denen ein elektives Stenting vorgenommen wird, nachwiesen. Die Anwendung von Glycoprotein IIb/IIIa-Hemmern bei Patienten, bei denen mittels objektiven Messungen der Thrombozytenfunktion nachgewiesen wurde, dass sie schlecht auf orale Thrombozytenaggregationshemmer ansprechen, ist äußerst sinnvoll und bedarf in weiteren Studien größerer Aufmerksamkeit.“
„Diese Daten sind für diese Patientenpopulation sehr ermutigend. Wir sind der Meinung, dass dadurch die potenziellen Vorteile des Hochdosis-Bolus AGGRASTAT® bestätigt werden“, so John Vavricka, President und Chief Executive Officer von Iroko Pharmaceuticals. „Iroko fühlt sich zu weiteren klinischen Forschungsmaßnahmen in diesem Bereich sowie zur Erforschung des Potenzials von AGGRASTAT® bei Patienten, die auf eine Therapie mit oralen Thrombozytenaggregationshemmern nicht ansprechen, verpflichtet.“
Im Januar 2008 akquirierte Iroko Pharmaceuticals alle kommerziellen Rechte an AGGRASTAT® außerhalb der USA von Merck & Co., Inc. Die 3T/2R-Studie wurde von der Universität Ferrara in Italien initiiert und durchgeführt. Merck & Co., Inc. und Iroko stellten für die Studie ein unbeschränktes Forschungsstipendium zur Verfügung.
Über AGGRASTAT®
AGGRASTAT®, ein Glycoprotein IIb/IIIa-Hemmer, ist für die Vorbeugung vorzeitiger Myokardinfarkte bei Patienten mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt angezeigt, bei denen die letzte Episode der Brustschmerzen innerhalb von 12 Stunden auftrat und EKG-Veränderungen bzw. erhöhte Herzenzyme zu verzeichnen waren. Patienten, die voraussichtlich am meisten von einer Behandlung mit AGGRASTAT® profitieren, sind solche mit hohem Myokardinfarktrisiko innerhalb der ersten drei bis vier Tage nach Auftritt akuter Anginasymptome, einschließlich von Patienten, die beispielsweise einer vorzeitigen PTCA (Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie) unterzogen werden.
Bei den meisten Patienten ist AGGRASTAT® intravenös bei einer Anfangsrate von 0,4 mcg/kg/min für 30 Minuten, gefolgt von einer Rate von 0,1 mcg/kg/min, zu verabreichen. Weitere Informationen sind der Produktbeschreibung zu entnehmen. AGGRASTAT® ist für die Anwendung mit Acetylsalicylsäure und unfraktioniertem Heparin vorgesehen.
AGGRASTAT® (Tirofibanhydrochlorid) ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf eine Komponente des Produkts kontraindiziert, ebenso bei aktiver interner Blutung oder Patienten mit hämorrhagischer Diathese in den letzten 30 Tagen bzw. intrakranieller Blutung, intrakraniellem Neoplasma, arteriovenöser Missbildung oder Aneurysma. Andere Kontraindikationen für AGGRASTAT® sind u. a.: Krankengeschichte mit Thrombozytopenie nach vorheriger AGGRASTAT®-Exponierung, Schlaganfall innerhalb von 30 Tagen oder Krankengeschichte mit hämorrhagischem Schlaganfall, schwerwiegender chirurgischer Eingriff oder schwerwiegendes physisches Trauma im vorhergehenden Monat oder Krankengeschichte, Symptome oder Ergebnisse, die auf eine Aortendissektion hinweisen können. AGGRASTAT® ist darüber hinaus kontraindiziert bei Patienten mit schwerem Bluthochdruck (systolischer Blutdruck > 180 mmHg bzw. diastolischer Blutdruck > 110 mmHg), bei gleichzeitiger Anwendung eines anderen parenteralen Glycoprotein IIb/IIIa-Hemmers oder bei akuter Pericarditis.
Blutungen stellen die häufigste Komplikation einer Therapie mit AGGRASTAT® dar. Die Behandlung mit AGGRASTAT® wird mit einem Anstieg von Blutungsereignissen in Verbindung gebracht, die laut den von der Thrombolysis in Myocardial Infarction-Studiengruppe (TIMI, Thrombolyse bei Myokardinfarkt) sowohl als schwerwiegende als auch als leichte Blutungsereignisse klassifiziert werden können. Die meisten schwerwiegenden Blutungen in Verbindung mit AGGRASTAT® treten an der Arterienzugriffsstelle für die Herzkatheterisierung auf. Es wurden Blutungen mit tödlichem Ausgang gemeldet. Bei der Behandlung von Patienten mit einer Thrombozytenzahl von < 150.000/mm3, bei Patienten mit hämorrhagischer Retinopathie und solchen mit chronischer Hämodialyse mit AGGRASTAT® ist besondere Vorsicht anzuwenden. Weil AGGRASTAT® die Thrombozytenaggregation hemmt, ist besondere Vorsicht geboten, wenn das Medikament zusammen mit anderen Medikamenten eingesetzt wird, die sich auf die Hämostase auswirken. Die Sicherheit von AGGRASTAT® in Kombination mit Thrombolytika ist nicht erwiesen. Während der Therapie mit AGGRASTAT® sollten die Patienten auf potenzielle Blutungen überwacht werden. Kann eine Blutung nicht durch Druck unter Kontrolle gebracht werden, ist die Infusion von AGGRASTAT® und Heparin einzustellen.
Folgende zusätzliche Nebenwirkungen wurden nach der Markteinführung gemeldet: Blutung, intrakranielle Blutung, retroperitoneale Blutung, Hämopericardium sowie Lungenblutung (alveoläre Blutung). Es wurden Blutungen mit tödlichem Ausgang gemeldet. Nebenwirkungen auf den Körper insgesamt: akute bzw. starke Reduzierung der Thrombozytenzahlen und damit verbunden Schüttelfrost, niedriges Fieber oder Blutungskomplikationen, Überempfindlichkeit, Ausschlag und/oder Nesselausschlag.
Die vollständigen Warn- und Vorsichtshinweise sind der jeweiligen Produktbeschreibung für Ihr Land zu entnehmen.
Über Iroko
Iroko ist ein Pharmaunternehmen mit Schwerpunkt auf der Akquisition, Entwicklung und Maximierung des Potenzials derzeit weltweit vermarkteter pharmazeutischer Produkte. Iroko setzt zielgerichtete Vertriebs- und Marketingstrategien sowie Strategien für das Produktlebensdauer-Management ein, um neue und einschlägige Rezepturen und Indikationen zum gesundheitlichen Nutzen der Patienten zu entwickeln. Weitere Informationen finden Sie unter www.iroko.com.
Über Merck
Merck & Co., Inc. ist ein globales Pharmaunternehmen mit dem Schwerpunkt auf Forschung, das den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Das Unternehmen wurde 1891 gegründet und entdeckt, entwickelt, produziert und vermarktet derzeit Impfstoffe und Medikamente, um bisher nicht erfüllte medizinische Bedürfnisse zu erfüllen. Das Unternehmen engagiert sich in umfassenden Programmen stark dafür, den Zugang zu Medikamenten zu erleichtern. Es spendet nicht nur Medikamente, sondern hilft auch, diese an die Bedürftigen zu liefern. Als gemeinnützige Dienstleistung veröffentlicht Merck zudem neutrale Gesundheitsinformationen.
~ENDS~
Referenzen
1 Valgimigli M, Campo Gianluca, de Cesare N, Meliga E et al. A double-blind randomised multicentre trial of tailored infusion of tirofiban in poor aspirin and/or clopidogrel responders undergoing elective percutaneous coronary intervention. Vorgestellt auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie am 2. September 2008.
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