Das Internet der Meere setzt die Segel

LPWA überwacht die Tierwelt und liefert Daten zum Klimawandel anhand neuer, auf der NB-IoT-Technologie basierender Smart Tags, die von der University of St Andrews zur Beobachtung von Robben entwickelt werden

LONDON--()--Die Forschungseinrichtung zur Überwachung von Meeressäugern (Sea Mammal Research Unit, SMRU) der University of St Andrews arbeitet an der Entwicklung intelligenter Telemetrie-Tags auf Basis der Schmalbandtechnologie NB-IoT (Narrow Band-IoT), um das Wanderverhalten von Seehunden zu überwachen und den Populationsrückgang zu erforschen. NB-IoT ist eine von der GSMA Mobile IoT-Initiative standardisierte stromsparende Fernnetz-Lösung (Low-Power, Wide-Area, LPWA) und wird eine tragende Rolle im entstehenden „Internet der Meere“ spielen. Die Technologie sammelt Unterwasserdaten zur Beobachtung des Klimawandels.

Die neuen, von der SMRU entwickelten Sensoren werden an den Robben angebracht, ohne diese zu verletzen. Sie erfassen detaillierte Daten zum Verhalten der Tiere, wie z. B. Aufenthaltsort und Tauchtiefe der Tiere, sowie Temperatur, Salzgehalt und sogar Unterwasserklänge. Stromsparende Geräte und Netzwerke in einem lizenzierten Spektrum verbessern die Überwachung der Tierwelt erheblich, indem sie die Nutzung effizienterer Tags ermöglichen, die kleiner und weniger eingriffsintensiv sind.

Die SMRU rechnet damit, die neuen NB-IoT-fähigen Marine-Tags Ende diesen Jahres zu testen. 2016 erfasste das Institut mithilfe der Machine-to-Machine-Technologie (M2M) Analysedaten über Seehunde in Orkney, Schottland. Mobile IoT-Netzwerke bieten ein großes Potenzial zur Verbesserung der Mobilfunkabdeckung, und integrierte Gerätemodule verfügen über eine Batterielebensdauer, die Geräten mit konventioneller Mobilfunktechnologie weit überlegen ist.

„Die GSMA unterstützt die Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung und untersucht dazu, wie Mobilfunktechnologie eingesetzt werden kann, um wichtige Informationen für Naturschutzprojekte weltweit zu sammeln und die Ozeane, die Meere und die darin lebenden Spezies zu schützen“, erläutert Alex Sinclair, Chief Technology Officer bei GSMA. „Das Zusammenspiel zwischen Mobile IoT-Technologien und globalen Naturschutzprojekten wie diesem ist ein spannendes, zeitgemäßes und beeindruckendes Unternehmen und wird eine grundlegende Rolle beim Erhalt gesunder und produktiver Ozeane spielen.“

Das Internet der Meere

Die NB-IoT-Technologie kann außerdem das Global Ocean Observing System (GOOS) unterstützen, ein UNESCO-Programm zur Koordination von verschiedenen Institutionen gelieferter, globaler Meeresdaten. NB-IoT ermöglicht die Überwachung des Klimawandels mithilfe von Niederenergiesensoren und Datenrelaiskanälen, die Daten zu Temperatur und Salzgehalt der Ozeane sammeln. Zusammen mit anderen standardisierten Meeresbeobachtungssystemen geben solche NB-IoT-Daten Wissenschaftlern und Ozeanographen präzisen Einblick in den Zustand der Ozeane weltweit. Mit Smart Tags gekennzeichnete Tiere helfen Wissenschaftlern dank ihrer Mobilität und Tauchfähigkeiten außerdem, weit entfernte oder extrem tiefe Bereiche der Ozeane zu erforschen.

„Die Zukunft unserer Forschung liegt in der NB-IoT-Technologie, denn wir können damit auf unsere vorherige erfolgreiche Arbeit mit der M2M-Technologie aufbauen und wesentlich detaillierte Daten deutlich effizienter erfassen“, erklärt Dr. Bernie McConnell, Sea Mammal Research Unit, University of St Andrews. „Zahlreiche Spezies in der Meeresumwelt und anderen aquatischen Lebensräumen sind bedroht. NB-IoT eignet sich hervorragend als Übermittler globaler Informationen über die Tierwelt und unterstützt den weltweiten Tierschutz.“

Die SMRU wurde von der schottischen Regierung beauftragt zu untersuchen, weshalb Robben an der Ostküste und den nördlichen Inseln von Schottland akut vom Aussterben bedroht sind. In den letzten zehn Jahren ist die dortige Population um 70 Prozent geschrumpft. Der natürliche Lebensraum der Tiere wird überall auf der Welt durch den Klimawandel beeinträchtigt, der Nahrungsketten zerstört und die Artenvielfalt bedroht. Das Forschungsprojekt dauert noch an, doch als mögliche Gründe werden bereits eingeschränkte Nahrungsvorräte, Krankheiten, von Kegelrobben ausgehende Aggression, Jagd durch Schwertwale und Vergiftung durch schädliche Algenblüte genannt. Eine entscheidende Frage ist, wo die bedrohten Robben ihre Nahrung finden.

Die Mobile IoT Initiative der GSMA

LPWA-Netzwerke stellen einen neuen, wachstumsstarken Bereich des Internets der Dinge dar. Sie unterstützen M2M-Anwendungen, die geringe Datenübertragungsraten aufweisen, eine lange Batterielaufzeit erfordern und oft auch an abgelegenen Standorten über lange Zeiträume unbeaufsichtigt arbeiten. Diese Netzwerke kommen in vielfältigen Anwendungen zum Einsatz, z. B. bei Tracking-Aufgaben in der Industrie, zur Sicherheitsüberwachung, bei der Messung des Wasser- und Gasverbrauchs, in intelligenten Stromnetzen, in städtischen Parksystemen, für Verkaufsautomaten oder für die innerstädtische Straßenbeleuchtung. Die Mobile IoT-Initiative der GSMA soll die Verfügbarkeit von LPWA-Lösungen in einem lizenzierten Spektrum beschleunigen. Diese lizenzierten Standards versetzen Netzbetreiber in die Lage, ihre bereits vorhandene mobile Netzwerkinfrastruktur in LTE-Netzwerken durch ein Upgrade auf LTE-M zu optimieren, wobei NB-IoT sowohl das 2G- als auch das 4G-Spektrum nutzen kann. Die Mobile IoT-Initiative der GSMA wird durch 30 weltweit führende Netzbetreiber, OEMs, Chipset-, Modul- und Infrastrukturanbieter unterstützt. Die Mobile IoT-Initiative der GSMA unterstützt die Branche derzeit bei mehreren globalen Pilotprojekten. Im weiteren Verlauf dieses Jahres werden voraussichtlich ausgereifte kommerzielle Lösungen auf den Markt kommen.

Mobile IoT auf dem Mobile World Congress 2017

Das Connected Living Programme der GSMA wird am Sonntag, den 26. Februar, von 13.00 bis 17.30 Uhr den „GSMA Global Mobile IoT Summit“ mit führenden Branchenexperten auf dem Mobile World Congress in Barcelona veranstalten. Bei diesem Gipfeltreffen werden gemeinsam die Möglichkeiten erörtert, wie die Branche mittels Kooperation das Potenzial des mobilen Internets der Dinge voll ausschöpfen kann. Am Mittwoch, den 1. März 2017, findet von 13.30 bis 15.30 Uhr die gesonderte Veranstaltung „Mobile IoT (LPWA) – Open for Business“ statt. Sie bietet Informationen über die aktuellsten kommerziellen Implementierungen, Markteinführungen und Pilotprojekte. Bei der GSMA Innovation City in Halle 4 der Fira Gran Via werden auch verschiedene Vorführungen zur LPWA-Technologie zu sehen sein. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter www.gsma.com/connectedliving/event/mobile-world-congress-2017/. Alternativ können Sie den „Connected Living IoT Guide to MWC 2017“ herunterladen:

http://www.gsma.com/connectedliving/iot-guide-mwc17/. Weitere Informationen zur GSMA Mobile IoT Initiative finden Sie unter: www.gsma.com/connectedliving/mobile-iot-initiative/

Machen Sie mit beim Mobile World Congress 2017

Weitere Informationen zum Mobile World Congress 2017 und auch darüber, wie Sie selbst teilnehmen bzw. als Aussteller oder Sponsor agieren können, finden Sie unter www.mobileworldcongress.com. Folgen Sie den jüngsten Entwicklungen und Aktualisierungen zum Mobile World Congress auf Twitter @GSMA unter #MWC17, auf unserer LinkedIn-Seite zum Mobile World Congress www.linkedin.com/company/gsma-mobile-world-congress oder auf Facebook unter https://www.facebook.com/mobileworldcongress/. Weitere Informationen zu Social-Media-Kanälen der GSMA finden Sie unter www.mobileworldcongress.com/about/contact/social-media/.

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber sowie nahezu 300 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen und Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, den Mobile World Congress Shanghai, Mobile World Congress Americas und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen finden Sie auf der GSMA-Webseite www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

Über die Sea Mammal Research Unit (SMRU)

Die SMRU (http://www.smru.st-andrews.ac.uk/ @_SMRU_) ist Teil des Fachbereichs Biologie der University of St Andrews in Schottland. Mitarbeiter und Studenten der SMRU führen grundlegende und empirische Studien in den Bereichen Biologie, Ökologie, Physiologie und Verhalten von Meeressäugern auf der ganzen Welt durch. Die Hauptaktivitäten der SMU werden durch das Natural Environment Research Council (http://www.nerc.ac.uk/) finanziert.

Mit mehr als 40 Mitarbeitern und Studenten verfügt die SMRU über eine beeindruckende Konzentration an Fachwissen und Kompetenz im Bereich der maritimen Mammalogie und der Meeresökologie im Allgemeinen. In Anerkennung der weltweit führenden Rolle, die unsere Forscher bei der Erforschung und dem Schutz der Ozeane spielen, wurde die SMRU 2011 mit dem Queen’s Anniversary Prize geehrt.

Die SMRU Instrumentation Group (SMRU-IG) (http://www.smru.st-andrews.ac.uk/Instrumentation/Overview/) entwickelt und konstruiert verschiedene elektronische Geräte, die zur Erfassung, Komprimierung und Übertragung von Daten an Tieren angebracht werden. Diese Geräte werden sowohl von der SMRU als auch von zahlreichen internationalen Kunden und Kollegen eingesetzt. Als Forschungsgruppe finanziert sich die SMRU-IG durch den Verkauf elektronischer Tags. Der Jahresumsatz der Forschungseinrichtung beträgt ca. 1 Mio. Britische Pfund.

Über die St Andrews University

Die im 15. Jhdt. gegründete Universität St Andrews ist Schottlands erste und die drittälteste Universität in der englischsprachigen Welt. Der Unterrichtsbetrieb in der Gemeinde St Andrews an der schottischen Ostküste wurde 1410 aufgenommen, und 1413 wurde durch Ausstellung einer päpstlichen Bulle offiziell die Universität gegründet.

Heute ist die Universität eines der forschungsintensivsten Studienzentren in Europa: Über ein Viertel der Erlöse wird durch Forschungsgelder und Verträge erzielt. Im Hinblick auf Forschung, Qualität der Lehre und Zufriedenheit der Studenten rangiert die Universität auf den ersten Plätzen in Europa und belegt kontinuierlich einen der ersten fünf Plätze in den unabhängigen Ranglisten, die von The Sunday Times, The Times, The Guardian und The Complete University Guide erstellt werden.

Kontaktinformationen der Pressestelle der Universität können telefonisch unter +44 1334 462530 oder per E-Mail erfragt werden unter: proffice@st-andrews.ac.uk

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