Asia Foundation veröffentlicht Umfrage unter afghanischer Bevölkerung 2012

6.300 Bürger wurden zu den Themen Versöhnung, Arbeitslosigkeit, Regierung und Entwicklung befragt; Sicherheit ist nach wie vor der wichtigste Faktor bei der öffentlichen Meinungsbildung

KABUL, Afghanistan--()--The Asia Foundation hat heute Afghanistan in 2012: A Survey of the Afghan People (Afghanistan im Jahr 2012: Eine Umfrage unter der afghanischen Bevölkerung) veröffentlicht, die achte alljährliche Befragung afghanischer Bürger in allen 34 Provinzen. Im Juni 2012 schwärmte ein Team von afghanischen Meinungsforschern – sowohl Männer als auch Frauen – ins Land hinaus, um aus erster Hand die Meinung von annähernd 6.300 afghanischen Bürgern zu einem breiten Spektrum an Themen einzuholen, die für die Zukunft Afghanistans entscheidend sind. Die breitgefächertste und umfassendste öffentliche Meinungsumfrage im Land enthüllt, dass der Optimismus der Öffentlichkeit in Bezug auf die allgemeine Richtung Afghanistans gegenüber früheren Jahren gestiegen ist: Knapp über die Hälfte der Afghanen glauben, dass das Land die richtige Richtung eingeschlagen hat (52 Prozent), eine Steigerung gegenüber den Jahren 2011 (46 Prozent) und 2010 (44 Prozent). Die Unterstützung für die Bestrebungen der Regierung nach Frieden und Versöhnung bleibt sehr stark (81 Prozent).

Während der Termin im Jahr 2014 näher rückt, an dem die nationale Sicherheit von den NATO-Streitkräften der afghanischen Kontrolle übergeben wird, enthüllt die Umfrage der The Asia Foundation nützliche, politisch relevante Informationen über die öffentliche Meinung der Afghanen zu Regierungsleistung, der öffentlichen Ordnung, Politik und politischen Prozessen sowie dem Entwicklungsfortschritt. Der Bericht zur Umfrage 2012 wurde von einem Team aus sechs afghanischen Meinungsforschern und sozialwissenschaftlichen Experten verfasst, die prädestiniert und besonders gut aufgestellt sind, die Daten zu analysieren, Trends zu identifizieren und wichtige Einblicke in die Entwicklung von Afghanistan zu bieten.

„Sicherheit ist nach wie vor der größte Indikator für Optimismus wie auch Pessimismus unter den Afghanen“, erklärt Abdullah Ahmadzai, stellvertretender Landesvertreter (Deputy Country Representative) der Asia Foundation in Afghanistan. „Aber es ist klar, dass das Leben weitergeht, während Afghanen ihre tiefsitzende Besorgnis über Arbeitsplätze, Bildung, öffentliche Dienstleistungen, politische Beteiligung und ein besseres Leben äußern. Diese Umfrage vermittelt uns ein Gespür für die Prioritäten, Bedürfnisse und Ansichten der Bürger.“ Ahmadzai fuhr fort: „Wir hoffen, dass diese Erkenntnisse dazu beitragen werden, den Mangel an Verständnis zwischen der internationalen Gemeinschaft, der afghanischen Regierung und den örtlichen Gemeinden zu überbrücken – ein notwendiger Dialog für Afghanistans langfristige Aussichten.“

Laden Sie den vollständigen Umfragebericht, die wichtigsten Erkenntnisse, häufig gestellte Fragen (FAQs), Diashow und die Datenvisualisierungsplattform Visualizing Afghanistan hier herunter. Um mehr zu erfahren, lesen Sie unseren Blog In Asia. Kommunizieren Sie mit uns via Facebook oder folgen Sie der @Asia_Foundation auf Twitter.

Schlüsselergebnisse der Umfrage 2012 sind unter anderem:

  • Sicherheitsbedenken sind nach wie vor der wichtigste Faktor bei der Beurteilung des Fortschritts im Land durch die Afghanen. Knapp über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gibt an, dass Afghanistan den richtigen Weg eingeschlagen hat, ein Anstieg von 46 Prozent im Jahr 2011 und von 44 Prozent im Jahr 2010. Bei den optimistischen Befragten war der am häufigsten vorgebrachte Grund verbesserte Sicherheit (41 Prozent), gefolgt von Sanierung und Wiederaufbau (35 Prozent). Desgleichen schreiben diejenigen, die eher pessimistisch über die eingeschlagene Richtung des Landes denken, ihren Pessimismus am häufigsten den Bedenken über Unsicherheit zu (39 Prozent).
  • Arbeitslosigkeit wird sowohl auf nationaler wie auch lokaler Ebene als großes Problem identifiziert. Befragte führen Unsicherheit (28 Prozent), Arbeitslosigkeit (27 Prozent) und Korruption (25 Prozent) als die drei größten Probleme an, denen sich Afghanistan insgesamt gegenübersieht; auf lokaler Ebene bezeichnen über zwei Drittel (70 Prozent) der Befragten die Arbeitsmarktsituation in ihrem lokalen Gebiet als ziemlich schlecht oder sehr schlecht.
  • Die afghanische Unterstützung für Friedens- und Versöhnungsbemühungen ist nach wie vor hoch. Die große Mehrheit der Befragten (81 Prozent) sind mit den Bemühungen der Regierung um nationale Versöhnung und Verhandlungen mit den Taliban einverstanden, wobei sich 38 Prozent nachdrücklich dafür aussprechen. Obwohl eine Mehrheit innerhalb aller ethnischen Gruppen den Bemühungen der Regierung um nationale Versöhnung und Verhandlungen positiv gegenübersteht, unterstützt eine relative höhere Anzahl von Paschtunen (85 Prozent) und Uzbeken (84 Prozent) diese Bestrebungen.
  • Afghanen berichten von Verbesserungen des finanziellen Wohlergehens ihres Haushalts insgesamt und dem Zugang zu Bildungseinrichtungen im letzten Jahr. Über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) berichtete, dass es ihren Familien heute besser geht als während des Taliban-Regimes. Die Hälfte aller Befragten (50 Prozent) gibt an, dass sich das finanzielle Wohlergehen ihres Haushalts im Lauf des letzten Jahres verbessert hat, und die Hälfte (51 Prozent) erklärt, dass sich der Zugang zu Bildungseinrichtungen verbessert hat.
  • Afghanen bekunden ihr Vertrauen in die Fähigkeit der örtlichen Regierung und begrenztes, aber wachsendes Vertrauen in zentrale Regierungseinrichtungen. Befragte bringen im Jahr 2012 der Provinzregierung ein geringfügig stärkeres Vertrauen entgegen als dem Parlament, der öffentlichen Verwaltung, den Gemeindeverwaltungen und Ministern der Regierung. Das Vertrauen in viele dieser Zentralbehörden ist allerdings leicht im Steigen begriffen. Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten beurteilen die Leistung der Zentralregierung als positiv, davon attestieren 15 Prozent der Regierung sehr gute Arbeit und 60 Prozent einigermaßen gute Arbeit.
  • Die Entwicklungsbestrebungen, die für Afghanen am augenfälligsten sind, beziehen sich auf Bildung und Wiederaufbau/Bau von Straßen und Brücken. Über die Hälfte der Befragten sind über Entwicklungsprojekte im Hinblick auf Bildung (53 Prozent) und Wiederaufbau/Bau von Straßen und Brücken unterrichtet (50 Prozent). Von denen, die angaben, von solchen Entwicklungsprojekten Kenntnis zu haben, erklärt mehr als ein Drittel (35 Prozent), die USA hätten die größte Unterstützung in ihrer Region bereitgestellt. Befragte identifizierten auch Unterstützung aus Deutschland (9 Prozent), Japan (9 Prozent), Australien (5 Prozent), Indien (4 Prozent), der Türkei (3 Prozent) und Schweden (3 Prozent).
  • Afghanen sind sich einig, dass Frauen und Männer gleiche Bildungs- und Arbeitsplatzchancen haben sollten, beim Thema der politischen Beteiligung von Frauen gehen die Meinungen allerdings auseinander. Fast neun von 10 Befragten (87 Prozent) stimmen überein, dass Frauen und Männer die gleichen Bildungschancen haben sollten, wobei 48 Prozent nachdrücklich zustimmen. Zwei Drittel der befragten Afghanen sind der Meinung, dass Frauen das Recht haben sollten, eine Tätigkeit außerhalb des Hauses auszuüben. Beinahe ein Drittel der Befragten (29 Prozent) identifiziert Bildungsmangel und/oder Analphabetismus als das größte Problem, mit dem Frauen konfrontiert sind.

ÜBER DIE UMFRAGE

Afghanistan im Jahr 2012: Die Umfrage unter der afghanischen Bevölkerung ist die achte alljährliche Befragung, die von The Asia Foundation in Afghanistan durchgeführt wird, und die breitgefächertste und umfassendste öffentliche Meinungsumfrage im Land. Von 17. Juni bis 1. Juli 2012 wurde eine landesweit repräsentative Stichprobe von 6.290 afghanischen Bürgern in allen 34 Provinzen persönlich befragt. Die Befragten waren mindestens 18 Jahre alt, Einwohner von Afghanistan und unterteilt in Männer (56 Prozent) und Frauen (44 Prozent). Die Umfrage schloss sowohl städtische (22 Prozent) als auch ländliche (77 Prozent) Haushalte ein. Die Fehlerquote der Umfrage beträgt +/– 5,1 Prozent bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Die Umfrage 2012 ist ein Produkt der The Asia Foundation, unterstützt von der United States Agency for International Development (USAID), dem British Foreign & Commonwealth Office (FCO) und der Australian Agency for International Development (AusAID).

ÜBER DIE THE ASIA FOUNDATION IN AFGHANISTAN

The Asia Foundation nahm ihre Tätigkeit in Afghanistan im Jahr 1954 auf und eröffnete das Büro in Kabul im Jahr 2002 wieder. Seitdem unterstützt die Foundation afghanische Bemühungen zum Wiederaufbau des Landes und der Beschleunigung der Entwicklung. Die Programme konzentrieren sich auf Regierung, Recht und Gesellschaft, unter anderem auch auf die Unterstützung der Entwicklung einer neuen Verfassung und einer landesweiten Wählerregistrierung, politische Bildung und Beziehungen der Medien zur Regierung. Die Foundation bietet langfristige Unterstützung und technische Hilfe für wichtige Regierungsinstitutionen an, die für die Exekutive, parlamentarische Angelegenheiten, Landwirtschaft und regionale und lokale Regierung verantwortlich sind. Weitere Programme konzentrieren sich auf die Förderung von Frauen sowie auf Bildung.

ÜBER DIE ASIA FOUNDATION

The Asia Foundation ist eine gemeinnützige, nichtstaatliche Organisation mit dem Ziel, einen friedlichen, florierenden, gerechten und offenen Asien-Pazifikraum zu entwickeln. Die Foundation unterstützt asiatische Initiativen zur Verbesserung der Regierung und des Rechtssystems, der wirtschaftlichen Entwicklung, der Rolle der Frau, der Umwelt und der regionalen Zusammenarbeit. Die Foundation kann auf fast 60 Jahre Erfahrung in Asien zurückgreifen und arbeitet mit privaten und öffentlichen Partnern zusammen, um die Entwicklung von Führungskräften und Institutionen, Austausch und politische Forschung zu unterstützen.

Mit 17 Büros in ganz Asien, einem Büro in Washington, DC, und dem Hauptsitz in San Francisco nimmt sich die Foundation dieser Themen auf nationaler und regionaler Ebene an. Im Jahr 2011 stellte die Foundation mehr als 97 Millionen US-Dollar in Unterstützungsprogrammen bereit und verteilte fast eine Million Bücher und Zeitschriften im Wert von über 41 Millionen US-Dollar.\

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Contacts

The Asia Foundation
Amy Ovalle, +1 415-743-3340
aovalle@asiafound.org
Eelynn Sim, +1 415-743-3318
esim@asiafound.org

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