DETROIT & SCHANGHAI--()--Die führende weltweite Unternehmensberatung PRTM veröffentlicht die Ergebnisse einer globalen Studie über mehr als 350 Zulieferunternehmen der Automobilbranche, in der Gewinner und Verlierer des Konsolidierungsprozesses unter den Autoteileherstellern identifiziert werden.
Chinesische und die größten europäischen Zulieferunternehmen schnitten auf der weltweiten Käufer-Skala von PRTM am besten ab. Eine hohe Punktzahl zeigt an, dass die Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zuge der weltweiten Rezession angeschlagene Mitbewerber übernehmen werden. So rangieren Guangzhou Automotive Components, eine Sparte des hochrentablen Autoherstellers Guangzhou Automobile Industry Group Co. mit Sitz in Guangzhou, China, der sich zu 51 Prozent in Staatsbesitz befindet, und Weichai Power Co., ein staatlicher Dieselmotorhersteller in Weifang, China, im PRTM-Ranking unter den Top-10-Käufern. Guangzhou ist bereits in der Vergangenheit durch Fusionen und Übernahmen im Automobilmontage- und Zuliefersegment in Erscheinung getreten. Das südchinesische Unternehmen ist außerdem ein Jointventure-Partner der Toyota Motor Corp. und der Honda Motor Corp. in China.
Weichai Power- und Toyota Keiretsu-Zulieferer wie die Denso Corp., Toyota Boshoku Corp. und Aisin Seiki Corp. finden sich ebenfalls auf der Top-10-Käuferliste, zusammen mit großen europäischen Zulieferunternehmen wie die ZF Friedrichshafen AG, die SKF Group und die BASF AG.
Dietmar Ostermann, weltweiter Leiter der PRTM-Abteilung Automobilindustrie und Autor der Studie, gibt jedoch zu bedenken: "Trotz der Tatsache, dass unsere Studie die Toyota Keiretsu-Zulieferer als potenzielle Käufer identifiziert und diese Unternehmen über die erforderliche finanzielle Stärke und Kapazität verfügen, rechnen wir derzeit nicht mit entscheidenden Übernahmen. Fusionen und Übernahmen entsprechen nicht der Unternehmenskultur von Toyota. Ich erwarte daher eine Fortsetzung des organischen Wachstums oder neue Jointventures.
Lediglich ein US-Zulieferunternehmen – PPG Industries Inc. – erscheint auf der Top-10-Käuferliste. Das Unternehmen mit Sitz in Pittsburgh, US-Bundesstaat Pennsylvania, ist ein hoch diversifizierter Glas- und Lackhersteller, der die Automobilbranche, aber auch mehrere andere Industriesektoren beliefert. PRTM prognostiziert für einige der 31 größten verbliebenen Zulieferer Nordamerikas Insolvenz oder Übernahme durch Mitbewerber. In diesem Jahr haben unter anderem die Lear Corp., Metaldyne Corp. und die Visteon Corp. Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Andere prominente US-Automobilzulieferer wie die American Axle & Manufacturing Holdings Inc., ein wichtiger General-Motors-Zulieferer von Achsen und Antriebswellen, könnte nach Ansicht von PRTM bald folgen.
In Nordamerika ist das Insolvenzrisiko unter den 31 größten Global-100-Zulieferunternehmen interessanterweise höher als unter den nächstgrößten 30 Zulieferern. "Der Grund hierfür besteht zum Teil darin, dass nordamerikanische Zulieferer von den Autoherstellern umfassender auf den Prüfstand gestellt wurden und viele von ihnen an Chrysler und General Motors gebunden sind", so Ostermann.
Insolvenzen und Fusionen sind insbesondere für die Bereiche Karosserie (Bremsen, Lenksystem, Achsen, Stoßdämpfer usw.) sowie Elektrik- und Eletronikkomponenten zu erwarten. Karosseriekomponenten erfordern für gewöhnlich hohe Investitionen in Produktionsmittel und sind daher stärker von sinkenden Stückzahlen betroffen, während elektronische Systeme die Zukunft der Fahrzeugindustrie repräsentieren und viele Zulieferer ihre Automobilsysteme mit elektronischen Funktionen ausstatten wollen. PRTM hat die jüngsten 122 Insolvenzen von Zulieferunternehmen unter die Lupe genommen und stellte dabei fest, dass ein erheblicher Anteil auf Hersteller von Karosseriekomponenten wie Metaldyne, Hayes Lemmerz International Inc., Contech und J.L. French entfällt.
"Wenn man dieses Ergebnis mit der Tatsache einer weitgehend unkonsolidierten Zulieferbasis von rund 120 Herstellern von Karosseriekomponenten und der größten Anzahl sowohl finanzstarker potenzieller Käufer als auch geschwächter Insolvenzkandidaten kombiniert, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass der Fusionierungs- und Übernahmedruck im Bereich der Karosseriesysteme am höchsten sein muss", berichtet Ostermann.
Im Rahmen der Studie, die ein weltweites PRTM-Team zwischen Februar und Juli 2009 vorgenommen hat, wurden 357 globale Zulieferunternehmen aus Nordamerika, Europa, Südamerika, China, Indien, Japan und Südkorea untersucht. Berücksichtigt wurden mehr als 20 finanzbezogene und qualitative Kriterien wie Cashflow und Eigentümerstruktur. Für die vollständigen Ergebnisse der Studie oder zur Vereinbarung eines Gesprächs mit einem PRTM-Automobilexperten wenden Sie sich bitte an Danielle Bernier, dbernier@prtm.com oder +1 781.434.1206.
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