WIEN, Österreich--()--Ein neues, von Visa in Auftrag gegebenes Whitepaper mit dem Titel „Trends in Cash Flow Forecasting“ (Trends bei der Cashflow-Prognose) liefert eine grobe Beschreibung der derzeitigen Situation bei der kurzfristigen Cashflow-Prognose und identifiziert und analysiert die fünf wichtigsten Trends, die die Prognose von Cashflows beeinflussen, und liefert zudem vier Best-Practice-Kategorien.
„Confronting Information Asymmetries: Evidence from Real Estate Markets“
Finanzdirektoren weltweit konzentrieren sich, laut Paper, heute aus zweierlei Gründen vermehrt auf die Prognose von Cashflows. Zum einen sind die Prognoseverfahren aufgrund neuester Verbesserungen der Informationstechnologie und Fortschritte bei den Prognosemethoden anspruchsvoller geworden. Zweitens sind die Probleme, denen die Prognostiker gegenüberstehen, infolge zunehmender Exportzahlen und verstärkter Inanspruchnahme von Schulden bei der Finanzierung schwieriger geworden.
Das heute auf der jährlichen International Cash and Treasury Management Conference EuroFinance in Wien (Österreich) herausgegebene Paper legt seinen Schwerpunkt auf kurzfristige Prognosen, die die jeweils kommenden zwölf Monate umfassen und die Hauptsorge der Finanzdirektionen in den Unternehmen sind.
„Prognosen sind für Unternehmen jeder Größe entscheidend, um Risiken zu minimieren, das Betriebskapital maximal auszuschöpfen und Einnahmen zu organisieren. Und dennoch war es für Unternehmen aufgrund der Problematik, an hochwertige Informationen heranzukommen, von jeher schwer, genaue Prognosemodelle zu entwickeln“, sagt Aliza Knox, Bereichsleiterin Visa Commercial bei Visa International. „Mehrere Trends bei der Cashflow-Prognostizierung gehen in Richtung elektronische Zahlungsverfahren und Kartentransaktionen, da mit diesen direkter Zugang zu einfach kategorisierbaren Einnahmen- und Ausgabendaten möglich wird.“
Die fünf Haupttrends, die die Prognose von Cashflows beeinflussen, sind wie folgt:
| 1. Verbesserung der Technologien bringt eine Vereinfachung der Prognoseprozesse mit sich : Firmen nutzen heute bessere Informationssysteme, um die Prognoseprozesse zu vereinfachen und zu verbessern. | |
| -- Firmen stützen sich mehr und mehr auf das Finanzberichtswesen (Treasury Information Systems - TIS) und nutzen immer seltener Tabellenkalkulationen. Das TIS bietet einige Vorteile, da es eine übergeordnete Prognose liefert, den Umfang der fehleranfälligen manuellen Dateneingabe einschränkt, höhere Sicherheit bietet, eine klare Buchungskontrolle (Audit Trails) zulässt und auf einfache Weise die direkte Einspeisung von Daten von anderen Quellen ermöglicht, die zur Erstellung der Prognose verwendet werden können. | |
| 2. Prognosefunktion zentralisieren: Prognosen werden heute immer häufiger an der Hauptniederlassung der Unternehmen als bei den einzelnen Geschäftseinheiten erstellt. | |
| -- Das TIS erleichtert den Transfer von Informationen von den Geschäftseinheiten zu den Hauptniederlassungen; eine kleine Gruppe von Mitarbeitern kann ihre Zeit auf die Prognoseerstellung konzentrieren, wodurch sie u. U. zudem zu Experten bei der Verwaltung neuer Techniken zur Erstellung ausgefeilter Prognosen unter geringerem Zeitaufwand werden. Zudem ermöglicht die Zentralisierung auch die Vereinheitlichung der Prognosen aus den verschiedenen Geschäftsbereichen. | |
| 3. Strengere Vorschriften fördern zuverlässigere Prognosen: | |
| Überlaufeffekte durch strengere aufsichtsbehördliche Einschränkungen führen zu genaueren und datengesteuerten Prognosen. | |
| -- Genaue Prognosen können eine entscheidende Komponente bei der Erfüllung behördlicher Vorschriften sein, wobei die Wertpapieraufsicht in einigen Ländern die Bedeutung der Prognosenfunktion direkt priorisiert hat. | |
| 4. Neue Prognosemethoden werden verfügbar sein : Es werden mehr und mehr neue Methoden auf Grundlage von statistischen und ökonomischen Analysen implementiert. | |
| -- Diese Methoden sind beispielsweise: a) Prognosen auf Projektebene, die genauer als Prognosen auf Unternehmensebene sind; b) treiberorientierte Prognosen, die Firmen in die Lage versetzen, die Auswirkungen von Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld zu bewerten; c) ,,Cashflow at Risk", der Firmen ermöglicht, das Risiko zu bewerten, wenn ein verheerendes Ereignis zu einem Bardefizit führen könnte; d) Einbeziehung von Prognosen in den Entscheidungsprozess zu Investitionslaufzeiten, um die Kosten für Banktransaktionen zu senken; und e) länderübergreifende Kreditanalyse und internationales makroökonomisches Modelling, um die durch den Export verursachte Cashflow-Volatilität einzugrenzen. | |
| 5. Geschäfte mit privatem Beteiligungskapital intensivieren den Bedarf an genauen | |
| Prognosen: Der Drang nach besseren Prognosen wird stärker, insbesondere bei solchen Firmen, die von Aufkaufsinvestoren mit privatem Beteiligungskapital übernommen werden. | |
| -- Firmen, die über privates Beteiligungskapital aufgekauft werden, tragen üblicherweise eine hohe Schuldenlast. Diese Firmen müssen besonders genaue Prognosen erstellen, um die Kreditvereinbarungen zu erfüllen und Konkursrisiken auszuschließen. | |
„Die Vorteile, die mit angemessenen Grundsätzen zur Cashflow-Prognose einhergehen, reichen von deutlichen Effizienzsteigerungen bei Firmen mit guter Kapitalausstattung bis hin zum möglichen Schutz gegen Insolvenz bei finanziell eingeschränkten Unternehmen,“ so Dr. Mark J. Garmaise, PHD, an der UCLA Anderson School of Management, Verfasser des Whitepaper zur Cashflow-Prognose. „Trends legen nahe, dass Unternehmen besser daran täten, die Modelle zur Cashflow-Prognose vollständig zum Teil ihrer betrieblichen Planungsstrategie zu machen, um das gewünschte Liquiditätsmaß unabhängig von unvorhergesehenen Maßnahmen aufrechtzuerhalten.“
Best Practices
Das Whitepaper beschreibt, nach Analyse der fünf Trends bei der Cashflow-Prognose, vier Kategorien u. a.:
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1. Systeme: Integrierte, unternehmensweite Treasury Information Systems, z. B. Fremdarbeitsplätze für Finanzen oder Finanz-Modelle zur Ressourcenplanung, sind am besten geeignet. Prognosen auf der Grundlage von Tabellenkalkulationen sterben zunehmend aus. |
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2. Prognosemethoden : Treiberorientierte Prognosen, entweder anhand von Simulationen oder Regression, sind am besten geeignet, insbesondere wenn in Kombination mit Szenario- oder statistischen Analysen, die eine Vorstellung vom zukünftigen Cashflow sowie dessen Spanne vermitteln. |
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| 3. Zahlungsarten : Eine Form des elektronischen Zahlungssystems, idealerweise eine, die die Integration mit den Konten der Kunden und Lieferanten vorsieht, ist am besten geeignet. Diese Zahlungsformen können in neue Prognose-Methoden integriert werden. Elektronische Zahlungssysteme liefern zudem Daten, die für die informationsintensiven Prognosen nützlich sind. | |
| 4. Job-Funktion : Die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter in den Finanzabteilungen sollte auf die Analyse der Determinanten der Cashflow-Variabilität und nicht auf die Datenerhebung gerichtet sein. Mit verbesserter Technik können die vormals extrem aufwendigen Aufgaben zur Datenerstellung automatisiert werden, sodass Prognostiker dann ausreichend Zeit haben, die Cashflow-Dynamiken genauer zu verfolgen. | |
Vorteile der elektronischen Zahlungsverfahren gegenüber Schecks
Laut dem Paper bestätigen mehrere der Trends bei der Cashflow-Prognose die Anwendung elektronischer Zahlungsverfahren und Kartentransaktionen gegenüber Schecks. Beispielsweise:
- Macht die verbesserte technologische und Systemintegration die Nutzung von sowohl elektronischen Zahlungsverfahren und Kartentransaktionen attraktiver , da diese Zahlungsmethoden in die unternehmensweiten Verarbeitungssysteme integriert werden können.
- Die Zentralisierung bevorzugt elektronische Zahlungen und Karten für Forderungen und Verbindlichkeiten, da damit ein direkter Zugang zu Informationen über zukünftige, erwartete und gelieferte Cashflows möglich wird.
- Strengere Vorschriften favorisieren elektronische Zahlungen und Karten, da sie eine gewisse Kontrolle über eingehende Gelder zulassen und den Unternehmen ermöglichen, den Zugang zu diesen Geldern auf befugte Personen einzuschränken . Zudem erleichtert den Unternehmen die Beschränkung der Unternehmenseinkäufe auf Verrechung mittels elektronischer Zahlung und Karten, ihre Ausgänge zu überwachen und nicht zugelassene Aufwendungen zu vermeiden, da diese Zahlungen einfacher zu dokumentieren sind und Audit Trails ermöglichen.
- Fortschrittliche neue Prognosemethoden legen die Nutzung von elektronischen Zahlungen und Karten nahe, da diese aufgeschlüsselte Daten zu Einnahmen und Ausgaben liefern, die leicht zu kategorisieren und zu prüfen sind .
Methodologie
Um den derzeitigen Stand bei der Erstellung von Cashflow-Prognosen und Entwicklungen zu analysieren, die in Zukunft wahrscheinlich wichtig sein werden, beauftragte Visa Dr. Garmaise, Experte auf dem Gebiet Unternehmensfinanzen und Banken, mehr als 75 Sekundärstudien zu finden und zu analysieren. Dr. Garmaise führte zudem Primärstudien-Befragungen bei sechs Organisationen unterschiedlicher Größe in mehreren Branchen weltweit durch, um mehr über deren derzeitige und zukünftige Prozesse zur Cashflow-Prognose zu erfahren.
Die Vollversion des Whitepaper zur Cashflow-Prognose können Sie einsehen unter www.visa.com/cashflowforecasting.
Hinweise für Redakteure :
Über Dr. Mark J. Garmaise, Verfasser der Studie zur Cashflow-Prognose: Dr. Garmaise, ein Experte auf dem Gebiet Unternehmensfinanzen und Banken, arbeitet derzeit als Dozent im Bereich Finanzen an der UCLA Anderson School of Management in Los Angeles, Kalifornien, an der er seit nunmehr sechs Jahren lehrt. Seine Publikationen umfassen „Informal Financial Networks: Theory and Evidence” (mit Tobias Moskowitz), Review of Financial Studies, und „Confronting Information Asymmetries: Evidence from Real Estate Markets” (with Tobias Moskowitz), Review of Financial Studies. Dr. Garmaise war Dozent an der Graduate School of Business der University of Chicago, bevor er zum neuen Fachbereich an der UCLA Anderson wechselte.
Über Visa Commercial: Visa Commercial Payment Solutions — Visa Business, Visa Corporate und Visa Purchasing — kombinieren Zahlungen mit Informationen, anhand derer intelligente Zahlungslösungen entwickelt werden können, die Unternehmen und Regierungsorganisationen jeder Größe und Art in die Lage versetzen sollen, Kosten zu senken, betriebliche und Zahlungsprozesse zu rationalisieren und geschäftliche Entscheidungen auf Grundlage von verbesserten Informationen zu treffen. Gestützt durch die unübertroffene Akzeptanz von Visa-Karten sind die Visa Commercial-Produkte und -Dienstleistungen darauf ausgelegt, eine Komplettlösung zur Steuerung zahlungsbezogener Prozesse, einschließlich von Aufwendungen für Reise, Unterhaltung und Beschaffung, Personalverrechnung und Informationsmanagement, zu bieten. Weitere Informationen unter www.visa.com/visacommercial.
Über Visa: Visa unterhält das weltweit größte Netzwerk für elektronische Zahlungen im Einzelhandel und bietet Bearbeitungsdienstleistungen und Produktplattformen mit Zahlungsfunktion an. Diese umfassen Kreditkartenabrechnungen bzw. Lastschriftverfahren bei Verbrauchern und gewerbliche Zahlungen, die über die Marken Visa, Visa Electron, Interlink und PLUS angeboten werden. Visa genießt unübertroffene Akzeptanz in der ganzen Welt, wobei Visa/PLUS eines der weltweit größten Geldautomatennetzwerke darstellt, mit der Kunden vor Ort über Gelder in der jeweiligen Währung in mehr als 170 Ländern verfügen können. Weitere Informationen unter www.corporate.visa.com.
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