Defence IQ: Beschaffung von Rüstungsgütern (Defence Procurement) ganz oben auf der Tagesordnung bei der International Armoured Vehicles

International Armoured Vehicles 2010

LONDON--()--Die Politik in Großbritannien für die Beschaffung von Rüstungsgütern, um Truppen mit besseren Militärfahrzeugen auszustatten, zeigt laut jüngsten Berichten allmählich Wirkung. Dieses Thema wird auch der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung bei der International Armoured Vehicles 2010 sein.

„Tatsache, dass im Vorfeld nicht ausreichend bedacht und geplant wurde, welche Ausrüstungen benötigt werden“

Berichten zufolge wird durch die britische Fahrzeugbeschaffungspolitik für den Irak und Afghanistan - der Erwerb kommerzieller Standardprodukte, um die derzeitigen Kampfeinsätze im Rahmen des Urgent Operational Requirement (UOR) Systems aufrechtzuerhalten - eine schnellere Lieferung gewährleistet. Kritiker dagegen argumentierten, dass abzuwarten bleibe, ob die Fahrzeuge eine dauerhafte Lösung für einen überall einsatzfähigen Truppenpanzer darstellen.

Das UOR-System könnte sich letztendlich als eine der teuersten Beschaffungsmethoden für das Verteidigungsministerium herausstellen. Die langfristige Lösung soll das Future Rapid Effect System (FRES) sein, bei dem es sich um mittelschwere gepanzerte Fahrzeuge einer neuen Generation handelt. Berichte, dass das Verteidigungsministerium geplant hätte, 3.000 Stück für 16 Milliarden £ zu kaufen, entstanden aufgrund der wiederholten Aufrufe der Zeitung The Times nach Informationsfreiheit. Dennoch wird angenommen, dass lediglich der Typ Scout Reconnaissance genehmigt wurde und das Programm mehrere Jahre im Verzug ist.

Der Sehr Ehrenwerte (Right Honourable - Rt. Hon.) James Arbuthnot, Vorsitzender des britischen Defence Select Committee, hat vor kurzem den britischen Beschaffungsplan des Verteigungsministeriums als „unrealistisch” und „einen Optimismuskomplott” beschrieben.

In einem Interview mit Defence IQ wurde Rt. Hon. Arbuthnot um seine Meinung in Bezug auf den britischen Beschaffungsplan gebeten. Er vertrat die Ansicht, dass das Verteidigungsministerium und die Verteidigungsindustrie realistischer hinsichtlich Zeitrahmen und Kosten sein müssten, um sicherzustellen, dass den Truppen rechtzeitig die richtige Ausstattung geliefert werde.

Die große Anzahl an UORs, im Rahmen derer Ausrüstungen für Einsätze in Afghanistan beschafft wurden, unterstreicht laut Rt. Hon. Arbuthnot nur die „Tatsache, dass im Vorfeld nicht ausreichend bedacht und geplant wurde, welche Ausrüstungen benötigt werden” und betont, wie wichtig es sei, dass das Verteidigungsministerium für Verteidigungstransaktionen entsprechend vorbereitet ist. Seiner Ansicht nach sollte nach acht Jahren Afghanistan eine langfristige Planung einen wichtigen Aspekt darstellen und daher bedauert er, dass eine Abkehr von diesem Beschaffungsprozess allem Anschein nach nicht in Sicht sei.

Rt. Hon. Arbuthnot wird auf der International Armoured Vehicles, die vom 1. bis 5. Februar stattfindet, eine Rede halten. Er wird die britische Panzerfahrzeugstrategie beschreiben und erläutern, wie Großbritannien mit den Auswirkungen der Programmeinschnitte infolge der anhaltenden Finanzkrise umgeht.

International Armoured Vehicles im ExCel Centre ist die einzige Veranstaltung, die sich ausschließlich mit Militärfahrzeugen befasst. Dort treffen sich hochrangige Experten aus Militär und Industrie und liefern neue Erkenntnisse über Trends, globale Beschaffungsaktivitäten und Erfahrungen aus Kampfeinsätzen. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie man mit den weltweit führenden Fahrzeug-, System- und Zubehörherstellern und den kleineren Sonderlieferanten am besten Geschäfte tätigt.

Der pensionierte Generalleutnant Sir John Kiszely, der den zweiten Tag der Konferenz leitet, ist sicher, dass die „International Armoured Vehicles 2010 eine der wichtigsten Veranstaltungen für all diejenigen sein wird, die beruflich mit Panzerfahrzeugen befasst sind, wie z.B. führende Praktiker, Fachkräfte, Entscheidungsträger, Konstrukteure, Hersteller oder Kommentatoren.”

Nähere Informationen über die Konferenz und Ausstellung sowie das vollständige Interview von Defence IQ mit Rt. Hon. Arbuthnot ist verfügbar unter www.armoured-vehicles.co.uk.

Informationen über Defence IQ:

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